Tausende Pilger für den jungen Seligen: Carlo Acutis in Assisi seliggesprochen

Ein Bild des seligen Carlo Acutis wurde bei der heiligen Messe enthüllt.
Foto: Daniel Ibanez / CNA Deutsch
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Mit der Seligsprechung von Carlo Acutis am Samstag in Assisi hat die katholische Kirche nun ihren ersten "Seligen", der "Super Mario", "Halo" und vor allem die Realpräsenz Jesu in der Eucharistie liebte.

"Immer mit Jesus vereint zu sein, das ist mein Lebensprogramm", schrieb Carlo Acutis im Alter von sieben Jahren.

Der junge italienische Computerfreak, der im Alter von 15 Jahren an Leukämie starb und seine Leiden für Papst Benedikt XVI. und die Kirche aufopferte, wurde am 10. Oktober in einer Messe in der Basilika St. Franziskus von Assisi selig gesprochen.

Acutis, geboren 1991, ist der erste "Millennial", der von der katholischen Kirche selig gesprochen worden ist. Der Teenager, der ein begabter Programmierer hatte, ist nun einen Schritt von der Heiligsprechung entfernt.

"Seit seiner Kindheit hat er auf Jesus geschaut. Die Liebe zur Eucharistie war die Grundlage, die seine Beziehung zu Gott lebendig hielt. Er sagte oft 'Die Eucharistie ist mein Weg zum Himmel'", sagte Kardinal Agostino Vallini in seiner Predigt zur Seligsprechung am heutigen 10. Oktober 2020 in Assisi.

"Carlo war es ein starkes Bedürfnis, Leuten zu helfen, zu entdecken, dass Gott uns nahe ist und dass es schön ist, mit ihm zusammen zu sein, um seine Freundschaft und seine Gnade zu genießen", sagte Vallini.

Während der Heiligen Messe zur Seligsprechung gingen die Eltern von Acutis hinter einer Herzreliquie ihres Sohnes, die in der Nähe des Altars aufgestellt wurde. In der Feier wurde auch ein Apostolisches Schreiben von Papst Franziskus vorgelesen, in dem der Papst erklärte, dass das Fest von Carlo Acutis jedes Jahr am 12. Oktober, dem Jahrestag seines Todes in Mailand 2006, gefeiert wird.

Tausende Pilger, allesamt mit Mundschutz, versammelten sich vor der Basilika des heiligen Franziskus und auf den Plätzen Assisis, um auf Großbildschirmen die Feier des heiligen Messopfers zu verfolgen und mitzufeiern.

Der heute 28 Jahre alte Mattia Pastorelli, ein Jugendfreund des Seligen, kannte Carlo seit beide fünf Jahre alt waren. Er spielte mit Carlo das Videospiel "Halo". Gegenüber CNA erzählte die Mutter des Seligen, dass er auch gerne "Super Mario" und "Pokémon" spielte.

"Einen Freund zu haben, der nun im Begriff ist, ein katholischer Heiliger zu werden: Das ist schon ein komisches, ganz besonderes Gefühl", sagte Pastorelli am 10. Oktober gegenüber CNA. "Ich wusste schoin immer, dass er anders war als andere. Aber jetzt wird mir klar, was für ein besonderer Typ er war".

"Ich beobachtete ihn dabei, wie er Webseiten entwickelte. Er war wirklich ein unglaubliches Talent", fügte er hinzu.

In seiner Predigt begrüßte Kardinal Vallini, der päpstliche Legat für die Basilika St. Franziskus, Acutis als ein Modell dafür, wie junge Menschen die Technologie im Dienst des Evangeliums nutzen können, um "so viele Menschen wie möglich zu erreichen und ihnen zu helfen, die Schönheit der Freundschaft mit dem Herrn kennen zu lernen".

Für Carlo war Jesus "die Kraft seines Lebens und der Zweck all dessen, was er tat", sagte der Kardinal.

"Er war überzeugt, dass man, um Menschen zu lieben und ihnen Gutes zu tun, Energie vom Herrn beziehen muss. In diesem Geist war er der Muttergottes sehr ergeben", fügte er hinzu.

"Sein sehnlicher Wunsch war es auch, so viele Menschen zu Jesus zu ziehen, indem er sich vor allem mit dem Beispiel des Lebens zum Verkünder des Evangeliums machte.

In jungen Jahren brachte Acutis sich selbst das Programmieren bei und erstellte Websites, die eucharistische Wunder und Marienerscheinungen auf der ganzen Welt katalogisieren.

"Die Kirche freut sich, denn in diesem sehr jungen Seligen erfüllen sich die Worte des Herrn: 'Ich habe dich auserwählt und dazu bestimmt, dass du gehst und viel Frucht bringst'. Und Carlo 'ging' und brachte die Frucht der Heiligkeit, indem er sie als ein Ziel zeigte, das von allen erreicht werden kann, und nicht als etwas Abstraktes und einigen wenigen vorbehaltenes", sagte der Kardinal.

"Er war ein gewöhnlicher Junge, einfach, spontan, sympathisch ... er liebte die Natur und die Tiere, er spielte Fussball, er hatte viele Freunde seines Alters, er fühlte sich von den modernen sozialen Kommunikationsmitteln angezogen, war leidenschaftlicher Informatiker und als Autodidakt baute er Webseiten, um das Evangelium zu verbreiten, um Werte und Schönheit zu vermitteln", sagte er.

Assisi feiert die Seligsprechung von Carlo Acutis über einen Zeitraum von mehr als zwei Wochen, mit vielen Liturgien und Veranstaltungen vom 1. bis 17. Oktober. Während dieser Zeit sind Bilder eines jungen Acutis mit einer riesigen Monstranz, die die Eucharistie enthält, vor den Kirchen rund um die Stadt zu sehen.

Die Menschen standen Schlange, um vor dem Grab von Carlo Acutis zu beten, das sich im Heiligtum von Assisi befindet. Die Kirche verlängerte ihre Öffnungszeiten während des gesamten Seligsprechungswochenendes bis Mitternacht, um so vielen Menschen wie möglich die Verehrung von Acutis zu ermöglichen, trotz Sicherheitsabstände wegen der Coronavirus-Pandemie.

Pater Boniface Lopez, ein in der Kirche ansässiger franziskanischer Kapuziner, sagte gegenüber CNA, er habe festgestellt, dass viele Menschen, die das Grab von Acutis besuchten, auch die Gelegenheit nutzten, zur Beichte zu gehen, die während der 17 Tage, an denen Acutis' Leichnam für die Verehrung sichtbar ist, in vielen Sprachen angeboten wird.

"Viele Menschen kommen, um Carlo zu sehen und um seinen Segen zu bitten ... auch viele junge Menschen; sie kommen zur Beichte, sie kommen, weil sie ihr Leben ändern wollen und sie wollen Gott nahe kommen und Gott wirklich erfahren", sagte Pater Lopez.

Bei einer Vigilfeier am Abend vor der Seligsprechung versammelten sich die Pilger vor der Assisi-Basilika St. Maria von den Engeln, während die Priester drinnen die Beichte abnahmen.

Die Kirchen in ganz Assisi boten anlässlich der Seligsprechung von Acutis zusätzliche Stunden der Eucharistischen Anbetung an.

Lopez sagte, dass er auch vielen Ordensschwestern und Priestern begegnet sei, die auf einer Pilgerreise nach Acutis gekommen seien. "Die Ordensmänner und Ordensfrauen kommen hierher, um seinen Segen zu erbitten, um ihnen zu helfen, eine größere Liebe zur Eucharistie zu pflegen".

Wie Acutis einmal sagte: "Wenn wir uns der Sonne zuwenden, werden wir braun ... aber wenn wir in der Eucharistie vor Jesus stehen, werden wir heilig".

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Übersetzt und redigiert aus dem Original der CNA Deutsch-Schwesteragentur.