Solidarität französischer Bischöfe mit Amtsbrüdern in Nicaragua angesichts schwerer Krise

Eine Frau mit der nicaraguanischen Flagge während der Proteste im April
Foto: Voice of America
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Die Mitglieder der Bischofskonferenz Frankreichs haben den Brüdern im Bischofsamt in Nicaragua angesichts der "schweren Stunden in der Geschichte ihres Landes" ihre Solidarität ausgesprochen.

Die Solidaritätsbekundung findet sich in einem Brief von Erzbischof Georges Pontier von Marseille an Kardinal Leopoldo Brenes, Erzbischof von Managua. 

Beide Kirchenmänner sind die jeweiligen Vorsitzenden der Bischofskonferenz ihrer Nation.

"Aus Ihrem Land erreichen uns beunruhigende Nachrichten: Probleme und Blockaden, Demonstrationen, unverhältnismäßige Polizeieinsätze, Tote und Vermisste. Wir wünschen Ihnen alles Gute und versichern Ihnen unsere Solidarität, unsere Zuneigung und unser Gebet" heißt es im Schreiben, das am 31. Dezember auf der Website der französischen Bischöfe veröffentlicht wurde.

Die Bischöfe Frankreichs erinnerten daran, wie die Bischöfe Nicaraguas in ihrer Botschaft zum Advent ermahnt hatten, dass das zentralamerikanische Land eine friedliche Antwort brauche, um die Ziele der Freiheit und Gerechtigkeit zu erreichen und dass der Dialog wieder aufgenommen werden müsse, um die Krise zu überwinden.
"Ich möchte Ihnen die Solidarität der Bischöfe Frankreichs in diesen schweren Zeiten in der Geschichte ihres Landes erneut zusprechen. Unsere Gebete begleiten Sie auf dem Weg zur Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit in Nicaragua" schließt der Brief.

Die Krise in Nicaragua

Seit April befindet sich Nicaragua aufgrund von Protesten gegen den Autoritarismus des Präsidenten Daniel Ortega in einer tiefen Krise. Die Demonstrationen der Bürger wurden von regierungsnahem Gruppierungen und der Polizei gewaltsam unterdrückt. Darüber hinaus wurden mehrere Bischöfe und Priester angegriffen und bedroht.

Nach Angaben der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (in der englischen Abkürzung IACHR) stieg die Zahl der Toten während der Proteste auf 325, darunter 23 Kinder und Jugendliche.

Laut Informationen der Vereinigung für Menschenrechte in Nicaragua handle es sich jedoch um insgesamt mehr als 530 Tote und um mehr als 1300 Vermisste.

Die Regierung hatte eine PR-Kampagne gegen die Kirche gestartet, insbesondere gegen den regierungskritischen Bischof Silvio Báez, einen Weihbischof von Managua. Die anderen Bischöfe jedoch, sowie der Erzbischof der nicaraguanischen Hauptstadt, Kardinal Leopoldo Brenes, unterstützten den Weihbischof.

Monsignore Báez ist vielleicht jener Bischof, der am Regime Ortegas am meisten Kritik übt, was bereits zu mehreren offiziellen Angriffen geführt hatte.

Einer der jüngsten Fälle von Aggression gegen die katholische Kirche ereignete sich am vergangenen 26. Dezember. Eine Gruppe von mutmaßlichen Anhängern der Regierung Ortegas griff die Pfarrei in der Gemeinde Catarina in Nicaragua an und versuchte die Statue des heiligen Sylvester zu entfernen.

Die Angreifer stürmten die Kirche, als Pater Jairo Velázquez anlässlich der Feierlichkeiten zu Ehren des heiligen Sylvester die Messe feierte. Die Bilder und Videos des Vorfalls verbreiteten sich in kurzer Zeit in den sozialen Netzwerken.

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