8. UPDATE: Neue Opferzahlen und katholische Reaktionen auf Terror in Sri Lanka

Rettungswagen vor St. Antonius in Kochchikade, Colombo am 21. April 2019
Foto: Ishara S.
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Bei einer Reihe von Bombenanschlägen auf drei Kirchen - zwei davon katholisch - und drei Hotels in Sri Lanka sind nach Polizeiangaben 207 Menschen getötet und 450 Personen verwundet worden. 

Zwei der insgesamt acht Explosionen wurden offenbar von Selbstmordattentätern verübt.

Der Verteidigungsminister hat die koordinierten Angriffe als "Terror-Attacke" von Extremisten bezeichnet. Im Land herrscht eine Ausgangssperre. Die Täter wurden nach offiziellen Angaben identifiziert. Sieben Personen sollen festgenommen worden sein. Um wen es sich dabei handelt, ist zur Stunde noch unbekannt.

Sowohl Kirchgänger als auch Hotelgäste sind unter den Opfern, darunter mindestens 27 Ausländer. 

Ziel der Anschläge waren die Kirche St. Antonius in Colombo sowie die ebenfalls katholische Kirche St. Sebastian in Negombo, einer mehrheitlich katholischen Stadt nördlich der Hauptstadt. Die dritte Kirche war die evangelikale Zionkirche in der östlichen Stadt Batticaloa.

Die Kirchenbänke der Wallfahrtskirche von St. Anthony - dem heiligen Antonius - wurden durch die Explosion in Colombo völlig zerstört. Boden und Decke des Gotteshauses waren mit Blut getränkt. Der Wallfahrtsort ist die bekannteste Kirche Sri Lankas und wird als Nationalheiligtum des Landes bezeichnet. Die erste Kapelle auf dem Grundstück der Kirche wurde während der niederländischen Kolonialzeit Sri Lankas gebaut, als der Katholizismus auf der Insel weitgehend verboten war.

Die Pfarrei St. Sebastian hat auf ihrer Facebook-Seite um Hilfe gebeten. Minister Harsha de Silva teilte auf Twitter mit, er habe in einer Kirche in Colombo "schreckliche Szenen" erlebt. 

Neben diesen Gotteshäusern waren drei Hotels in Colombo Ziel der Anschläge, die von ausländischen Touristen besucht werden: Die Hotels "Cinnamon Grand", "Shangri-La" und "Kingsbury".

Sri Lanka ist eine Inselnation im Indischen Ozean, südwestlich des Golf von Bengalen, mit einer Bevölkerung von mehr als 21 Millionen Menschen. Mehr als 70 % der Sri-Lankaner sind Buddhisten, etwa 13% sind Hindus, fast 10% sind Muslime und weniger als 8% sind Christen. Es gibt 1,5 Millionen Katholiken im Land, was die überwältigende Mehrheit der Christen in Sri Lanka ausmacht.

Katholische Reaktionen

Die Angriffe haben weltweit Entsetzen und Trauer ausgelöst. Papst Franziskus und zahlreiche Kirchenvertreter - darunter mehrere deutschsprachige Bischöfe - beteten für die Opfer und die Angehörigen. Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer schlug in seiner Osterpredigt die Brücke zum Feuer von Notre Dame und dem Terror in Sri Lanka.

Kardinal Christoph Schönborn, Erzbischof von Wien, verurteilte auf Twitter die blutigen Angriffe gegen Glaubensgeschwister am höchsten Festtag der Christenheit.

Bei einem Besuch Sri Lankas im Januar 2015 des Landes hatte Papst Franziskus "Frieden und Versöhnung" gefordert.

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