US-Regierung erwägt, Geschlechter biologisch zu bestimmen

Symbole für die Geschlechter von Frau und Mann
Foto: AlexaYa/Shutterstock
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Die Trump-Regierung erwägt, das Geschlecht einer Person entsprechend ihres biologischen Geschlechts und Genitalien zu definieren.

Das teilt ein neues Memo des zuständigen Department of Health and Human Services mit.

Das Gesundheitsministerium strebt demnach eine Definition an, die "auf einer biologischen Grundlage basiert, die klar, wissenschaftlich fundiert, objektiv und administrierbar ist".

Diese Änderung wäre eine Abkehr von der unter der Obama-Regierung eingeführten Praxis, die das Geschlecht - Gender - einer Person aufgrund deren eigenen Interpretation oder Identität bestimmt, und nicht ihrer tatsächlichen Chromosome oder ihres angeborenen biologischen Geschlechts.

Sollte die US-Regierung das Geschlecht als "männlich oder weiblich auf der Grundlage der unveränderlichen biologischen Eigenschaften, die durch oder vor der Geburt erkennbar sind" definieren, wäre dies auch so auf der Geburtsurkunde jedes Bürgers eingetragen.

Ausnahmen würde es nur für nachweisliche medizinische Fälle geben. 

Ungefähr 1 von 1.500 bis 2.000 Geburten haben von der Norm abweichende Geschlechtschromosomen, die nicht den typischen XX für Frauen und XY für Männer entsprechen. Die häufigste Ursache dafür ist das Klinefelter-Syndrom: Wenn ein Mann neben einem Y-Chromosom zwei X-Chromosomen hat. Viele Männer mit Klinefelter-Syndrom wissen nicht einmal, dass sie diese Aneuploidie haben.

In den Vereinigten Staaten bezeichnen sich schätzungsweise 1,4 Millionen Menschen als "Transgender": Sie identifizieren sich als einem anderen Geschlecht zugehörig als dem, mit dem sie geboren wurden.

Einige dieser Menschen haben sich einer Operation oder hormonellen Behandlung unterzogen, um vom Aussehen her mehr dem Geschlecht zu entsprechen, mit dem sie sich identifizieren.

Kritiker der vorgeschlagenen Änderungen argumentieren, dass Personen, die sich als "Transgender" bezeichnen, nicht mehr durch Antidiskriminierungsmaßnahmen geschützt werden würden. Die Befürworter des Vorschlags dagegen behaupten, dass es lediglich sicherstellt, dass solche Gesetze auf die gesamte Bevölkerung angewendet werden, und zwar auf der Grundlage objektiver, wissenschaftlicher Kriterien und nicht auf der Grundlage einer subjektiven Wahrnehmung.

Es wird erwartet, dass das US-Gesundheitsministerium dem Justizministerium noch vor Ende des Jahres eine Version der neuen Richtlinie vorlegt. Wenn das Justizministerium die überarbeitete Definition für rechtlich durchführbar und umsetzbar hält, kann das Gesundheitsministerium die Richtlinie in einer Reihe von Regierungsbehörden umsetzen.

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