USA: Bischöfe wollen mit Lehrschreiben eine Rückbesinnung auf Eucharistie erreichen

Erzbischof Jose Gomez bei der Herbstagung der Bischöfe der Vereinigten Staaten
Foto: Kate Veik/CNA

Die US-Bischöfe wollen mit ihrem neuen Lehrschreiben das "Bewusstsein" für die Eucharistie und heilige Kommunion vertiefen: Das hat der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz angekündigt.

"Als Bischöfe ist es unser Wunsch, das Bewusstsein unseres Volkes für dieses große Geheimnis des Glaubens zu vertiefen und sein Staunen über dieses göttliche Geschenk zu wecken, in dem wir Anteil – Communion – am lebendigen Gott haben", erklärte Erzbischof Jose Gomez von Los Angeles, Vorsitzender der US-Bischofskonferenz (USCCB), am Montag. "Das ist unsere pastorale Absicht beim Verfassen dieses Schreibens."

Bei ihrer diesjährigen Frühjahrsvollversammlung stimmten die US-Bischöfe vergangene Woche mit großer Mehrheit dafür, mit der Ausarbeitung eines Lehrschreibens über die Eucharistie zu beginnen.

Von den Bischöfen, die abgestimmt haben, stimmten fast drei Viertel, 168 Bischöfe, für den Entwurf einer formellen Erklärung über "die Bedeutung der Eucharistie im Leben der Kirche". Weniger als ein Viertel, 55 Bischöfe, stimmten gegen den Antrag, während sich sechs Bischöfe der Stimme enthielten.

Das rechte Verständnis der Lehre der Eucharistie – und damit auch eines Empfangs der heiligen Kommunion – ist in den USA wie anderen westlichen Ländern in den vergangenen Jahren immer wieder in Frage gestellt worden. In Deutschland haben jüngst die Vorstöße zur Interkommunion mit Protestanten diese Debatte ebenfalls befeuert.

Erzbischof Gomez sagte am gestrigen Montag, das vorgeschlagene Schreiben werde sich auf "die Schönheit und die Kraft der Eucharistie" konzentrieren.

"Die Eucharistie ist das Herz der Kirche und das Herz unseres Lebens als Katholiken", sagte er. "In der Heiligen Eucharistie nähert sich Jesus Christus selbst jedem von uns persönlich und versammelt uns als eine Familie Gottes und einen Leib Christi."

Nach dem Votum der Bischöfe wird das Komitee für Lehrfragen der USCCB mit der Ausarbeitung des Schreibens beginnen, wobei regionale Treffen und Konsultationen folgen werden, erklärte Gomez. Die Bischöfe werden das vollständige Schreiben auf ihrer Herbsttagung im November behandeln.

In einem Entwurf des Schreibens, der vom Komitee für Fragen der Lehre der Bischofskonferenz vorgelegt wurde, waren verschiedene Abschnitte über die eucharistischen Lehren der Kirche enthalten, darunter die Realpräsenz Christi in der Eucharistie, der Sonntag als heiliger Tag, die Bedeutung der Werke der Barmherzigkeit und die Frage der Würdigkeit, die Kommunion zu empfangen.

Gleichzeitig stimmten die Bischöfe für eine dreijährige Initiative zur eucharistischen Rückbesinnung, die im Jahr 2022 beginnen und in einem nationalen eucharistischen Kongress im Jahr 2024 gipfeln soll.

Die Arbeitsgruppe der USCCB, die sich mit Bidens Wahl befasst, hatte empfohlen, dass die Bischöfe ein Lehrschreiben zur Eucharistie herausgeben. Die Gruppe zitierte auch frühere Pläne der Konferenz, eine dreijährige Initiative zur Rückbesinnung auf die Eucharistie zu lancieren, sowie den strategischen Plan der USCCB für 2021-2024 "Neu geschaffen durch den Leib und das Blut Christi".
Ein Lehrschreiben werde diese beiden Initiativen ergänzen, so die Arbeitsgruppe.

Ein solches Schreiben, das sich an alle Katholiken richtet, sei notwendig, um die Probleme katholischer Amtsträger zu klären, die eine Politik befürworten, die der kirchlichen Lehre in schweren moralischen Fragen widerspricht, erklärte die Arbeitsgruppe.

Biden, ein Katholik, unterstützt steuerfinanzierte Abtreibung und das Gleichstellungsgesetz und hat durch seine Regierung eine Pro-LGBT-Politik durchgesetzt.

Das vorgeschlagene Schreiben enthält einen Unterabschnitt über die "eucharistische Konsistenz", oder die Würdigkeit, die Kommunion zu empfangen. Die Kirche lehrt, dass Katholiken, die sich seit ihrer letzten Beichte einer schweren Sünde bewusst sind, nicht zum Kommunionempfang antreten können.

Erzbischof Gomez bat am Montag die Katholiken, für die Bischöfe zu beten, während sie das Schreiben entwerfen und prüfen.

"Ich lade alle in der Kirche ein, für die Bischöfe zu beten, während wir unsere Dialoge und Betrachtungen fortsetzen. Ich bete, dass dies für uns alle in der Kirche eine Zeit der Betrachtung über unseren eigenen Glauben und unsere Bereitschaft, unseren Herrn in der Heiligen Eucharistie zu empfangen, sein wird", sagte er.

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