Vatikan nimmt Zeugenaussage gegen McCarrick auf

Erzbischof Theodore McCarrick
Foto: mazur/catholicchurchorguk
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Im Verfahren gegen den ehemaligen Kardinal Theodore McCarrick hat der Vatikan die Zeugenaussagen eines Mannes entgegengenommen, der nach eigenen Angaben seit seinem 11. Lebensjahr von dem ehemaligen Washingtoner Erzbischof sexuell missbraucht wurde. Dieser Vorgang ist ein Beleg dafür, dass in dem Verfahren gegen McCarrick nun auch der Vorwurf schwerer Fälle sexuellen Fehlverhaltens - auch im Beichtstuhl - aufgenommen worden ist.

Das meldet die Agentur "AP". 

Nach Angaben seines Anwaltes sagte James Grein am Donnerstag (Ortszeit) in New York vor Vertretern des Erzbistums von New York City aus, die im Auftrag des Vatikans agierten.

Die Aussage seines Mandanten habe etwa eine Stunde gedauert, so Patrick Noaker. Grein sei stolz darauf, es getan zu haben, auch wenn es ihm schwergefallen sei.

"Er will seine Kirche zurück haben. Er fühlte, dass er, um dieses Ziel zu erreichen, hineingehen und hier Zeugnis ablegen und ihnen sagen musste, was passiert war, und der Kirche selbst die Chance geben musste, das Richtige zu tun", sagte Noaker am Freitag in einem Telefoninterview mit "AP".

Die Vorwürfe Greins wurden im Juli 2018 öffentlich, nachdem die Erzdiözese New York bekanntgab, es gebe "glaubwürdige Vorwürfe" im Rahmen einer Ermittlung gegen McCarrick: Vorwürfe, dieser habe in den 1970er Jahren einen anderen Ministranten sexuell genötigt.

Greins Vorwürfe, die erstmals von der New York Times berichtet wurden, sind noch ernster. McCarrick, ein Freund der Familie, habe Grein zum ersten Mal im Alter von 11 Jahren missbraucht und ihn dann jahrelang sexuell belästigt.

Zusätzlich zum kirchenrechtlichen Verfahren gegen McCarrick hat sein Anwalt, Noaker, gegen hin Anzeige bei der Polizei erstattet.

McCarrick streitet alle Vorwürfe ab und beteuert seine Unschuld. Der heute 88 Jahre alte Tatverdächtige lebt derzeit in einer Unterkunft in Kansas. Öffentliche Auftritte sind im untersagt.

Der Fall McCarrick ist ein Schlüssel-Skandal der Kirchenkrise, bei dem auch schwere Vorwürfe gegen Papst Franziskus erhoben wurden. 

Der Vatikan steht zudem unter Druck, sein Verfahren gegen McCarrick vor dem Krisengipfel im Februar abzuschließen, zu dem Franziskus die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen einbestellt hat.  

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