Vatikan sagt Live-Übertragung des heutigen Treffens von Papst Franziskus mit Joe Biden ab

Journalisten protestieren gegen Maßnahme des Heiligen Stuhls -- Weißes Haus äußert sich zur Situation

Papst Franziskus und Joe Biden in Washington, D.C., am 24. September 2015.
Foto: Andrew Caballero-Reynolds/AFP via Getty Images.

Kurz vor dem geplanten Treffen von US-Präsident Joe Biden mit Papst Franziskus am  heutigen Freitag hat der Vatikan die geplante Live-Übertragung des Treffens ohne Erklärung abgesagt.

Die Journalisten des vatikanischen Pressekorps - denen es aufgrund der aktuellen vatikanischen COVID-19-Protokolle nicht erlaubt ist, einen Vertreter des Pools beim ersten Händedruck dabei zu haben - haben gegen die Absage in letzter Minute protestiert.

Die Associated Press berichtete, dass sie sich beim Vatikan offiziell über die abgesagte Live-Übertragung beschwert habe, ebenso wie Mitglieder der Vereinigung der Vatikankorrespondenten.

Steven Portnoy, Präsident der White House Correspondents' Association, sagte, dass auch ihre Organisation ihre Solidarität mit den Vatikan-Korrespondenten erklärt habe, indem sie "unsere Enttäuschung darüber zum Ausdruck brachte, dass die Welt keine Live-Bilder von Präsident Bidens Treffen mit Papst Franziskus sehen wird".

"Reporter haben über die Papstaudienz amerikanischer Präsidenten berichtet, seit Woodrow Wilson im Januar 1919 mit Benedikt [XV.] zusammensaß", schrieb Portnoy, ein "CBS News Radio"-Korrespondent, auf Twitter.

"Unsere vollständig geimpften und maskierten Reporter sind bereit, diesen öffentlichen Dienst fortzusetzen, wobei sie sowohl auf ihre eigene Sicherheit als auch auf die der Staatsoberhäupter achten, um eine unabhängige Berichterstattung über das Treffen des ersten katholischen Präsidenten seit 60 Jahren mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche zu gewährleisten", sagte er.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, ging bei einem Pressebriefing ebenfalls auf das Vorgehen des Vatikans gegen öffentliche Berichterstattung ein.

"Ich kann Ihnen versichern, dass wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln daran arbeiten, den Zugang für die Presse zu ermöglichen, wenn der Präsident den Vatikan besucht", sagte Psaki.

"Wir glauben an den Wert der freien Presse. Wir glauben an den Wert der Sicherstellung des Zugangs zu den Reisen des Präsidenten und seinen Besuchen in Übersee."

Vor der Pandemie erlaubte das vatikanische Protokoll einer kleinen Gruppe von Journalisten, einschließlich des Medienpools des Präsidenten, beim ersten Händeschütteln und dem ersten Austausch zugegen zu sein, als sie sich vor dem offiziellen und privaten Gespräch zusammensetzten. Auch bei der Übergabe der Geschenke waren Journalisten anwesend.

Der Vatikan hat mitgeteilt, dass er nur noch die Ankunft der Autokolonne des US-Präsidenten am Apostolischen Palast live übertragen lassen wird, wo einige Journalisten anwesend sein dürfen.

Das Treffen zwischen Biden und Papst Franziskus soll am heutigen 29. Oktober um 12 Uhr beginnen und etwa eine Stunde dauern.

Biden ist bereits dreimal mit Papst Franziskus zusammengetroffen, aber dies ist sein erstes persönliches Treffen mit dem Papst als 46. Präsident der Vereinigten Staaten und als zweiter katholischer Präsident des Landes.

Nach Angaben des Weißen Hauses will der Präsident "die Beendigung der COVID-19-Pandemie, die Bewältigung der Klimakrise und die Fürsorge für die Armen" erörtern.

Diese Geschichte wird laufend aktualisiert. Übersetzt und redigiert aus dem englischen Original.