Warum Asia Bibi eine Stimme für die verfolgten Christen der Welt sein will

Asia Bibi
Foto: Blanca Ruiz/ACI Prensa

Asia Bibi, eine Christin, die in Pakistan wegen angeblicher Blasphemie zum Tode verurteilt und schließlich freigelassen wurde, will nun eine Stimme für Christen auf der ganzen Welt sein.

Bibi, die sich am Mittwoch per Videobotschaft aus Kanada an den International Religious Freedom Summit wandte, drückte ihre Dankbarkeit für die Menschen aus, die sich für ihre Freilassung aus dem Gefängnis einsetzten, und dankte Gott für ihre Freilassung.

"Aus tiefstem Herzen bin ich dem Herrn sehr dankbar, der mich aus meinen Leiden und Schwierigkeiten gerettet hat", sagte Bibi in einer Ansprache, die ins Englische übersetzt wurde. "Er hat mir einen Neuanfang geschenkt und die Möglichkeit, ein neues Leben mit meiner Familie zu beginnen."

Jetzt sicher in Kanada, sagte Bibi, dass sie "eine Stimme für christliche Menschen, Christen im Gefängnis und in Schwierigkeiten sein will."

Bibi wurde 2010 nach einem Vorfall im Jahr 2009 der Gotteslästerung bezichtigt und zum Tode verurteilt.

Bibi sagte, dass sie bei der Arbeit auf einem Feld von einer anderen Person gesehen wurde, wie sie Wasser aus einem Becher trank, der zuvor von Muslimen benutzt wurde, und ihr mitteilte, dass es für eine Christin ungehörig sei, diesen Becher zu benutzen. Es kam zu einem Streit, und Bibi wurde fünf Tage später bei einem muslimischen Geistlichen wegen angeblicher Blasphemie angezeigt. Bibi und ihre Familie waren die einzigen Christen, die in der Gegend wohnten, und wurden unter Druck gesetzt, zum Islam zu konvertieren.

Sie wurde wegen angeblicher Blasphemie zum Tod durch den Strang verurteilt. Das pakistanische Strafgesetzbuch stellt Äußerungen unter Strafe, die die Staatsreligion des Islam beleidigen oder beschmutzen, aber das Gesetz wird oft gegen religiöse Minderheiten eingesetzt, und Berichten zufolge sind viele Anschuldigungen falsch. Pakistan hat mit die strengsten Blasphemiegesetze der Welt, und ist eines von nur vier Ländern mit der Todesstrafe für Gotteslästerung.

Bibi legte sofort Berufung gegen ihr Todesurteil ein, aber der Lahore High Court bestätigte 2014 ihre Verurteilung. Sie legte dann Berufung beim Obersten Gerichtshof des Landes ein und wurde 2018 freigesprochen. Danach erhielt sie den Flüchtlingsstatus in Kanada und zog im Mai 2019 mit ihrer Familie dorthin.

"Als ich im Gefängnis war, war ich sehr besorgt um meine Kinder und meinen Mann", sagte Bibi. "Ich wusste nicht, wo sie waren und ob sie in Sicherheit waren oder nicht."

"Gleichzeitig hatte ich aber Hoffnung im Herrn", so Bibi. "Ich danke allen Brüdern und Schwestern, die gebetet und gefastet haben. Wegen ihrer Gebete bin ich jetzt frei."

Bibi erklärte, dass ihre "christlichen Brüder und Schwestern sehr hart für meine Freiheit gearbeitet haben" und sagte, dass sie "allen aus tiefstem Herzen sehr dankbar ist."

"Lasst uns einander die Hände reichen und zusammenstehen, damit wir eine Stimme für unsere christlichen Brüder und Schwestern sein können, die leiden, und ihnen aus ihrer Situation heraushelfen", sagte sie. "So wie es der Herr für mich getan hat."

Zu Beginn des Videos beschrieb Bibi, wie ihr Leben in Pakistan vor ihrer Verhaftung und Verurteilung wegen Gotteslästerung aussah. Sie sagte, dass einige ihrer glücklichsten Erinnerungen aus ihrem Dorf in Pakistan das Feiern von Ostern und Weihnachten mit ihrer Familie waren.

Pakistan hat seine Blasphemiegesetze von Januar 2014 bis Dezember 2018 insgesamt 184 Mal angewendet; laut der US-Kommission für internationale Religionsfreiheit ist dies die höchste Zahl aller Länder der Welt. Im Jahr 2020 waren Berichten zufolge 30 Christen wegen Blasphemie in Pakistan inhaftiert, darunter sieben in der Todeszelle. Das Land hat bis jetzt noch niemanden wegen Blasphemie hingerichtet.

Übersetzt und redigiert aus dem englischen Original von Christine Rousselle bei der CNA Deutsch-Schwesteragentur.  

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