"Ein Vorbild für alle Frauen in der Kirche": Maria Magdalenas Gedenktag aufgewertet

Jesus erscheint Maria Magdalena: Gemälde von Alexander Andrejewitsch Iwanow, 1835.
Foto: Wikimedia (Gemeinfrei)
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Die Kirche gedenkt schon lange am 22. Juli der Frau, die der Heilige Thomas von Aquin die "Apostolin der Apostel" nannte: Maria Magdalena. Nun ist der gebotene Gedenktag zum Festtag aufgewertet worden, und sie damit den Aposteln liturgisch gleichgestellt. Aber warum?

Die von Kardinal Robert Sarah geleitete oberste Liturgie-Behörde der Kirche, die Gottesdienstkongregation, hat in einem anspruchsvollen Schreiben diesen Schritt erklärt, der auf Wunsch von Papst Franziskus gemacht wurde.

Maria Magdalena "hat die Ehre, erste Zeugin der Auferstehung des Herrn" gewesen zu sein, schreibt darin Erzbischof Arthur Roche. 

"Sie ist Zeugin des auferstandenen Christus und verkündet die Botschaft der Auferstehung des Herrn wie die anderen Apostel auch", sagte er in seiner Begründung, "deshalb ist es richtig, dass die liturgische Feier dieser Frau den gleichen Rang eines Hohen Festtages habe wie die Festtage der Apostel im allgemeinen römischen Kalender."

Erzbischof Roche ist der Sekretär der Glaubenskongregation; sein Name steht unter dem gestern, am 10. Juni, veröffentlichten Schreiben. Am gleichten Tag ist die Entscheidung auch offiziell in Kraft getreten.

Maria Magdalena sei "ein Beispiel und Vorbild für alle Frauen in der Kirche". Ihrer Mission werde nun der aufgewertete Feiertag gerecht: Sie könne als "Paradigma für die Rolle der Frau in der Kirche" gesehen werden. 

"Maria Magdalena ist das Beispiel einer wahren, authentischen Verkünderin der Frohen Botschaft: einer Evangelistin, die die frohmachende, zentrale Botschaft von Ostern verkündet."

Im liturgischen Kalender der Kirche werden Heilige entweder mit einem "Gedenktag" , einem "Festtag" (festum) oder einem "Hochfest" (sollemnitas) gewürdigt. Die Aufwertung von einem Gedenktag zu einem Festtag hat große Bedeutungskraft.

Bislang gab es bereits 15 Gedenktage am gleichen Datum, dem 22. Juli, wovon nur ihrer ein gebotener war, also obligatorisch. Wenn etwa die Messe nun an ihrem Tag gefeiert wird, dann sind die Texte der Messfeier – wie im Stundenbuch – weiter gleich; hinzu kommt aber eine eigene Präfation für den neuen Festtag, und das Gloria wird gesungen.

Im derzeitigen kirchlichen Kontext, schreib Erzbischof Roche weiter, lade die Aufwertung ein, "tiefer über die Würde der Frauen nachzudenken, die Neu-Evangelisierung und die Größe und das Geheimnis von Gottes Barmherzigkeit."

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