Worüber wird der nächste katholisch-orthodoxe runde Tisch sprechen?

Papst Franziskus im Gespräch mit orthodoxen Geistlichen am 29. Juni 2015 im Petersdom
Foto: CNA / Petrik Bohumil

Katholiken und Orthodoxe: Ein Dokument, um den Stand des ökumenischen Dialogs festzuhalten. Auf der Insel Leros in Griechenland fand das Treffen des Koordinierungskomitee der gemischten internationalen Kommission für den theologischen Dialog zwischen der katholischen Kirche und der orthodoxen Kirche statt.

Am Ende der Versammlung beschlossen die Teilnehmer, ein neues Dokument zu erstellen.

Nachdem man das Thema der "Synodalität und des Primates in der Kirche des ersten Jahrtausends" diskutiert und ein Dokument verfasst hatte, das von der georgisch-orthodoxen Kirche abgelehnt worden war, wird die Debatte über den Primat mit einem weiteren Blickwinkel neu aufgenommen werden.

Der Titel des Dokumentes wird lauten: "Auf dem Weg zur Einheit im Glauben: Theologische und kirchenrechtliche Fragen". Eine besondere Gruppe aus Mitgliedern der Kommission wird es aufsetzen und darin den Stand des 37-jährigen katholisch-orthodoxen Dialogs festhalten.

Das erste behandelte Thema heißt dabei "Primat und Kollegialität im zweiten Jahrtausend und in unserer Zeit" und führt das Thema der letzten Begegnung fort.

Wenn der Primat des Petrus im ersten Jahrtausend entstand war, wie auch das Dokument von Ravenna aus dem Jahre 2007 anerkennt – wobei es damals jedoch nicht zu einer Einigung über die Art und Weise kam, wie Rom diesen Primat ausübe – so ist es ebenso wahr, dass die orthodoxe Welt, die Moskau als ihren Bezugspunkt ansieht, angestrebt hatte, die Diskussion auf das zweite Jahrtausend zu verlagern, in dem das Patriarchat von Moskau begann, Bedeutung zu haben.

Nicht zufällig betont das offizielle Bulletin des Patriarchats von Moskau, dass "im neuen Dokument die Entwicklungen betrachtet werden sollten, die im XI. Jahrhundert zum Bruch im Dialog zwischen der orthodoxen Kirche und der katholischen Kirche geführt hatten, sowie die Konsequenzen dieses Bruches für die Christen im Osten und im Westen."

Das Patriarchat von Moskau sieht das Problem der unierten Kirchen - auch katholische Ostkirchen genannt- weiterhin als maßgeblich an. Das heißt, das Problem jener Katholiken, die mit der Kirchenunion von Brest im XVI. Jahrhundert beschlossen hatten, sich mit der katholischen Kirche zu vereinen, auch um die Herrschaft des damals neu gebildeten Patriarchats von Moskau zu vermeiden. Dieses Thema war bereits im Rahmen der Treffen zwischen 1991 und 2000 erörtert worden.

Das Treffen des Leitungskomitees der gemischten internationalen Kommission für den theologischen Dialog zwischen der katholischen Kirche und der orthodoxen Kirche wird Ende 2018 stattfinden.

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