Zwei Jahre in der Wüste mit islamistischen Entführern: Pater Maccalli hat ihnen verziehen

Pater Maccalli in einer Aufnahme vor seiner Entführung
Foto: Gesellschaft für Afrikamission

In der Einsamkeit der Wüste hat der entführte Pater Luigi Maccalli neu zu Gott gefunden und seinen Kidnappern verziehen. Nach zwei Jahren in den Händen seiner islamistischen Entführer wolle Pater Luigi Maccalli nun jedoch erst einmal bei seiner Familie sein.

Das hat Pater Antonio Porcellato, Generaloberer der Gesellschaft für die Afrikamissionen (SMA) gesagt, der laut "Fides" in den letzten zwei Jahren die Ereignisse von Pater Luigi Maccalli sehr genau verfolgt hat, und Kontakte im Namen seines Ordens und in Zusammenarbeit mit der Krisenabteilung des italienischen Außenministeriums aufgenommen hat.

Der im September 2018 in der Republik Niger entführte Pater war am 8. Oktober in Mali freigelassen worden, wie CNA Deutsch berichtete.

"Ein Missionar ist ein Mann des Wortes, der Verkündigung. Ohne Bibel, ohne das Wort Gottes und die Eucharistie, so Luigi, habe er gelernt, auf die Stille zu hören. Die Stille der großen Sahara, die innere Stille. Wie der Prophet Jesaja konnte er die Gegenwart Gottes in der Stille und in der Einsamkeit fühlen. Er fand diesen Gott, der ihn im immer beiseite stand."

dass er es Gott zuerst ein wenig übel nahm: Warum hatte er das zugelassen? In dieser Wüste fühlte er sich verlassen, er wusste jedes Mal nicht, wohin ihn seine Entführer noch brachten. Zweifel hegte er auch an der Rolle der Gesellschaft für die Afrikamissionen: Was tun sie, um mich zu befreien? Aber er verlor nie die Hoffnung, das Vertrauen, das Gefühl der Gegenwart Gottes, das ihn überall hin begleitete", betont Pater Antonio.

"Seine Mitgefangenen waren wohl eher aus Bequemlichkeit als aus Überzeugung zum Islam konvertiert, und um eine bessere Behandlung zu erhalten. Pater Luigi hat sich hingegen immer allen Versuchen der Terroristen widersetzt. Er blieb immer ruhig und überzeugt bei seinem Glauben und seiner Beziehung zum Herrn treu".

Pater Maccalli (59), ein Ordensmann der Afrikamissionen, stammt aus Crema war mehrere Jahre Missionar an der Elfenbeinküste. Für seine Freilassung beteten Papst Franziskus und viele Gläubige, wie CNA Deutsch berichtete.

"Ich war auch beeindruckt von seinem Aufruf zur Vergebung gegenüber den Islamisten, zu Brüderlichkeit und zur Hoffnung darauf, dass wir uns mit den Dschihadisten verständigen können", so Pater Antonio weiter. "Es befinden sich noch andere Geiseln in den Händen der Terroristen. Wir müssen das Ideal der Brüderlichkeit verinnerlichen, betonte Pater Luigi, und versuchen, Konflikte und Missverständnisse gewaltfrei zu lösen."

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