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Hochbetagte Frau in Kanada euthanisiert, obwohl sie Antrag widerrufen hatte

Euthanasie: Die scheinbare Barmherzigkeit. Foto: pixabay.

In Ontario ist eine hochbetagte Frau im staatlichen Euthanasieprogramm „Medical Assistance in Dying“ (MAiD) getötet worden, obwohl sie ihren Antrag einen Tag zuvor ausdrücklich widerrufen und stattdessen palliative Versorgung gewünscht hatte. Der dokumentierte Fall wirft gravierende Fragen auf, wie ernst ein Rückzug vom Wunsch nach der eigenen Tötung tatsächlich genommen wird.

Bei MAiD handelt es sich um ein Euthanasie-Verfahren, bei dem ein Arzt einen Menschen auf dessen ausdrücklichen Wunsch hin tötet, indem er ihm entweder selbst tödliche Substanzen verabreicht oder ihm diese zur Verfügung stellt. Seit Juni 2016 ist MAiD in Kanada legal.

Im Jahr 2024 starben 16.499 Kanadier durch MAiD. Dies entspricht einem Anstieg von 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bedeutet, dass 5,1 Prozent aller Todesfälle in Kanada im Jahr 2024 auf MAiD zurückzuführen waren – also mehr als jeder zwanzigste.

Euthanasie binnen weniger Tage

Der Fall ist in einem Bericht des „MAiD Death Review Committee“ (MDRC) aus dem Jahr 2024 dokumentiert, wie die Medien nun berichteten. Nach einer Operation war Mrs. B schwer erkrankt. Sie war eine Frau in ihren 80ern, die nach einer Herzoperation einen schwierigen medizinischen Verlauf hatte.

Dem Bericht zufolge entschied sie sich angesichts ihres körperlichen Zustands für einen palliativen Weg und wurde nach Hause entlassen. Sie habe im Familienkreis den Wunsch geäußert, euthanisiert zu werden, woraufhin ihr Ehemann noch am selben Tag eine Vermittlungsstelle kontaktiert habe.

Am Folgetag kam es dann zur entscheidenden Wende: Mrs. B sagte dem MAiD-Gutachter Bericht zufolge, dass sie ihren Antrag zurückziehen wollte. Als Begründung habe sie „persönliche und religiöse Werte und Überzeugungen“ genannt.

Kanada schreibt zwei unabhängige ärztliche oder pflegerische Fachpersonen vor, die jeweils eine eigene Eignungsprüfung der Person durchführen müssen. Beide müssen bestätigen, dass die Kriterien für eine Euthanasie erfüllt sind.

Stattdessen habe sie, so der Bericht, deutlich gemacht, dass „eine stationäre Palliativ-/Hospizversorgung und palliative Sedierung eher mit ihren Zielen am Lebensende übereinstimmten“.

Notaufnahme und „Pflegepersonen-Burnout“

Am nächsten Morgen stellte sich Mrs. B in der Notaufnahme eines örtlichen Krankenhauses vor. Ihr Ehemann sei dabei „als von Pflegepersonen-Burnout betroffen vermerkt“ worden. Mrs. B sei medizinisch stabil gewesen und nach Hause zurückgeschickt worden.

Ihr Palliativarzt habe anschließend wegen der Überforderung des Ehemanns eine stationäre Palliativ- bzw. Hospizaufnahme angeregt. Der Antrag sei jedoch „abgelehnt worden, weil sie die Hospizkriterien für das Lebensende nicht erfüllte“.

Noch am selben Tag wandte sich der Ehemann erneut an die bundesweite MAiD-Koordinationsstelle, diesmal mit der Bitte um Schnelligkeit: Er habe angerufen und um „eine dringliche Begutachtung“ gebeten.

Besonders brisant: Der Bericht beschreibt, dass der ursprüngliche MAiD-Gutachter (vom ersten Tag) später wieder eingebunden wurde und starke Bedenken äußerte. Er habe Zweifel an der behaupteten Eile geäußert sowie an „dem scheinbar drastischen Perspektivwechsel bei den Zielen am Lebensende“ und an „der Möglichkeit von Nötigung oder unzulässigem Einfluss“.

Der ursprüngliche Gutachter bat darum, Mrs. B am folgenden Tag noch einmal zu sehen und neu zu beurteilen. Diese Option wurde jedoch abgelehnt, da ein anderer Euthanasie-Anbieter die Situation als dringend einschätzte.

Daraufhin wurde ein dritter Gutachter für eine virtuelle Begutachtung hinzugezogen. Mrs. B „wurde von diesem dritten Gutachter als MAiD-berechtigt eingestuft“. Schließlich hieß es im Bericht: „Die Durchführung von MAiD erfolgte später am selben Abend“.

(Die Geschichte geht unten weiter)

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Die Kernkritik des Gremiums

In der Auswertung hält der Bericht fest, dass zwar eine gesetzliche „Bedenkzeit“ seit dem kanadischen Euthanasiegesetz Bill C-7 nicht mehr vorgeschrieben ist. Dennoch sah das Gremium im konkreten Fall Warnsignale: „Die meisten Mitglieder waren besorgt, dass es keine klinische Indikation dafür gab, die MAiD-Begutachtungen und die Durchführung innerhalb desselben Tages stattfinden zu lassen.“

Besonders heikel sind die Hinweise zur möglichen Einflussnahme: Die Mitglieder hätten unter anderem notiert, „dass der Ehemann von Mrs. B maßgeblich die Beantragung und Navigation des MAiD-Zugangs vorantrieb“. Zudem seien „die MAiD-Gutachten in Anwesenheit des Ehepartners durchgeführt“ worden.

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