Was ein Pfarrer über den "Synodalen Weg" denkt

Die Pfarrei St. Wolfgang im bayerischen Regensburg.
Foto: Paep56/ Rabanus Flavus // Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
16 August, 2021 / 1:30 AM

Es ist doch einfach schön, dass es noch ganz normale katholische Bistumsblätter und ebensolche Priester gibt, finden Sie nicht auch? In der "Katholischen Sonntagszeitung – Ausgabe Regensburg" vom 15. August 2021 stand der im September in den Ruhestand gehende Prälat Alois Möstl, der seit 29 Jahren Pfarrer von St. Wolfgang in Regensburg ist, der Kirchenzeitung Rede und Antwort. Er blickt auf 50 Jahre priesterlichen Dienst dankbar und froh zurück. Den Priestern heute möchte er raten, "sich immer an Christus zu orientieren und sich nicht aus diesem oder jenem Grund an der Kirche zu reiben". Es gelte, die Kirche vor Ort "gut mitzugestalten", eben dort, "wo man sein Arbeitsfeld hat" – ganz genau, das ist vollkommen richtig beobachtet und treffend gesagt. Lähmende Debatten, die heute als aktuell, zeitgemäß und wichtig ausgegeben werden, machen bloß müde. Wir kennen das zuhauf, und wir kennen es schon lange. Möchten Sie noch mehr davon hören? Über die Freude am Glauben könnte gesprochen werden. Das wäre doch mal eine erfrischende Abwechslung.

Prälat Möstl sagt, die Themen des "Synodalen Weges" seien ihm schon lange bekannt. Er habe davon 1995 beim Kirchenvolksbegehren gelesen und beim Dialogprozess 2011 in Mannheim und 2013 in Stuttgart gehört: "Einer Pfarrgemeinde helfen solche Diskussionen wenig, da es meist Strukturdebatten sind. Die Gläubigen hier aber fragen nach etwas ganz anderem: nach Glaubensinhalten. Sie interessiert, wie man heute seinen Glauben leben kann und was christliche Mehr inmitten einer Umwelt ist, die auch ohne Glaube und Kirche ganz gut lebt."

Damit bringt Prälat Möstl präzise das Defizit des "Synodalen Wegs" zum Ausdruck: Dort ist von allem Möglichen die Rede, aber nicht von Gott. Klare Worte von Klerikern und Weltchristen helfen und werden dringend gebraucht. Danke, Prälat Möstl!

Oder erwarten bekannte Politiker, kirchliche Funktionäre, wichtige Medienmenschen, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken sowie Räte und Gremien aller Art und allerorten heute einen farblosen, geschmeidigen und zeitgeistlich-deutschen Provinzkatholizismus? Selbst wenn es so wäre – wer will, darf nach seines Herzens Laune hadern, jammern und klagen –, aber einfach gläubige Katholiken dürfen das Wort von Kardinal Carlo Maria Martini dagegensetzen: "Die Kirche befriedigt keine Erwartungen, sondern sie feiert Geheimnisse."

Hinweis: Meinungsbeiträge wie dieser spiegeln die Ansichten der jeweiligen Autoren wider. CNA Deutsch macht sich diese nicht zu eigen.

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