Redaktion, 02 Januar, 2026 / 7:00 AM
Bischof Georg Bätzing, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), hat sich für die Zwei-Staaten-Lösung im Heiligen Land ausgesprochen, dabei aber eingeräumt, dass eine Verwirklichung dieser Idee jeden Tag schwieriger scheint.
Er halte „die Idee von zwei souveränen Staaten mit einem geregelten Zueinander nach wie vor für sinnvoll“, sagte Bätzing der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), nachdem er zwischen Weihnachten und Neujahr mehrere Tage im Heiligen Land verbrachte. „Ich sehe aber auch, wie Fakten diese Idee, die von vielen in der internationalen Gemeinschaft geteilt wird, jeden Tag weiter in Frage stellen und verunmöglichen.“
Es gebe aber auch „auf beiden Seiten Menschen, die ein Zusammenleben auf dem einen Territorium organisieren wollen“, betonte der Bischof von Limburg, der seit 2020 an der Spitze der DBK steht. Die Voraussetzung dafür bestehe darin, „dass die Würde und die Rechte aller als gleich anerkannt wird“, was indes „offensichtlich nicht der Fall“ sei.
Über den Staat Israel, der aufgrund des Vorgehens gegen die Menschen im Gazastreifen nach dem Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 international in die Kritik geraten war, sagte Bätzing: „Wir wissen, dass das Existenzrecht Israels nach wie vor in Frage gestellt wird, was für mich selbstverständlich außer Frage steht. Dem begegnet das Land mit militärischer Macht und internationalen Verbindungen.“
„Gleichzeitig beobachten Jüdinnen und Juden in Israel die politischen Entwicklungen in ihrer Heimat, einen massiven politischen und teils auch religiösen Rechtsruck, einen neuen Nationalismus, der sich wiederum im Konflikt mit den Palästinensern sehr konkret und bedrückend auswirkt“, fuhr der DBK-Vorsitzende fort. „Dazu habe ich sehr kritische Stimmen von Israelis gehört.“
Die Christen im Heiligen Land – ob in Israel oder in Palästina – seien „in der Regel gut ausgebildet, verfügen über ausgeprägte Kontakte in andere Länder und haben damit die Möglichkeit, anderswo ihren Lebensmittelpunkt aufzubauen, und sie tun das“, konstatierte Bätzing. Diese Abwanderung bereite ihm allerdings Sorgen, da die Zahl der Christen im Heiligen Land so weiter schrumpft.
Nichtsdestotrotz sagen einige Christen laut Bätzing: „Wir bleiben hier. Das ist unser Land.“ Und: „Wir sind keine Gäste, sondern das ist unsere Heimat.“ So machten diese Christen ihre Position deutlich, „indem sie auf der einen Seite gute Kontakte zu allen pflegen, auf der anderen Seite aber ihre Rechte einfordern“.
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