Vatikanstadt - Freitag, 9. Januar 2026, 7:00 Uhr.
Das etwa anderthalbtägige Konsistorium – ein Treffen aller Kardinäle – am Mittwoch und Donnerstag ist kaum zu Ende, da steht schon der nächste Termin fest: Papst Leo XIV. will im Juni wieder alle Kardinäle um sich versammeln, um bestimmte Themen zu diskutieren.
Vatikansprecher Matteo Bruni sagte am Donnerstagabend, „dass das nächste Konsistorium von vergleichbarem Zuschnitt am 27. und 28. Juni dieses Jahres im Vatikan stattfinden wird“, wie Vatican News berichtete. „Ab dem Jahr 2027 ist dann offenbar an einen jährlichen Rhythmus gedacht; Leo XIV. habe für diese Kardinalsversammlungen mit dem Papst eine Regeldauer von drei oder vier Tagen vorgeschlagen.“
Tatsächlich sprach Leo gleich zum Auftakt des Konsistoriums in dieser Woche von „Zeitgründen“, weshalb statt der ursprünglich angekündigten vier Themen nur zwei diskutiert wurden. Die Kardinäle entschieden sich dabei gegen die beiden praktischen Themen – Liturgie und Beziehungen zwischen Heiligem Stuhl und den Ortskirchen – und wollten lieber über eher die abstrakten Themen Synodalität und Evangelisierung sprechen, die auch im Pontifikat von Papst Franziskus jahrelang im Mittelpunkt standen.
Erhalten Sie Top-Nachrichten von CNA Deutsch direkt via WhatsApp und Telegram.
Schluss mit der Suche nach katholischen Nachrichten – Hier kommen sie zu Ihnen.
„In den letzten Pontifikaten kam es nur selten zu Konsistorien, bei denen ein Papst mit Kardinälen über wichtige kirchliche Fragen nachdachte“, berichtete Vatican News. Papst Franziskus habe sich „stattdessen regelmäßig mit einem eigens gebildeten Rat von neun Kardinälen“ getroffen. In den Aussprachen der Kardinäle vor dem Konklave im Mai 2025 war die mangelnde Einbindung der Kardinäle ein häufig aufgeführter Kritikpunkt.
Doch auch unter Papst Leo kam es kaum zur offenen Aussprache im gesamten Kardinalskollegium. Stattdessen fand das Konsistorium im Format der Weltsynode zur Synodalität statt: Gespräche von in 21 Kleingruppen aufgeteilten Kardinälen, die dann in Berichten zusammengefasst wurden. Der Vatikanist Michael Haynes berichtete, in der offenen Aussprache von einer Stunde und 45 Minuten Dauer seien nur etwa 25 der anwesenden 170 Kardinäle zu Wort gekommen.
Vor Beginn des Konsistoriums hatte Leo am Mittwoch betont: „Unser anderthalbtägiges Zusammensein wird eine Vorwegnahme unseres zukünftigen Weges sein. Wir müssen nicht zu einem Text gelangen, sondern ein Gespräch führen, das mir in meinem Dienst für die Mission der gesamten Kirche hilft.“




