Gespräch über Synodalen Weg? Papst Leo empfängt Nuntius in Deutschland

Erzbischof Nikola Eterović
screenshot / YouTube / Film Razgovor - The Conversation

Den Apostolischen Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterović, hat Papst Leo XIV. am Samstag in Audienz empfangen – wenige Wochen vor dem nächsten Treffen der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), bei dem es auch um die Verstetigung des Synodalen Wegs geht.

Eterović hatte im Auftrag des Vatikans in der Vergangenheit deutliche Kritik am Synodalen Weg geübt, der in Form einer Synodalkonferenz verstetigt werden soll. Vor rund drei Jahren, im Februar 2023, schrieb der Nuntius an die deutschen Bischöfe, er sei „von Amts wegen beauftragt“ worden „zu präzisieren, dass nach richtiger Auslegung des Inhalts dieses Schreibens nicht einmal ein Diözesanbischof einen synodalen Rat auf diözesaner oder pfarrlicher Ebene errichten kann“.

Der Begriff Synodaler Rat für das Gremium zur Verstetigung des Synodalen Wegs wurde inzwischen zu den Akten gelegt und durch den Begriff Synodalkonferenz ersetzt. Inwiefern inhaltliche Korrekturen erfolgten, muss der Vatikan beurteilen, dem die Satzung inzwischen vorliegt. Knackpunkt ist die Idee des gemeinsamen Beratens und Entscheidens von Diözesanbischöfen und Nicht-Bischöfen. In der Satzung heißt es dazu: „Die berät und fasst Beschlüsse im Sinne ‚synodaler Entscheidungsprozesse‘ (vgl. Abschlussdokument der Bischofssynode, Nr. 94) zu wichtigen Fragen des kirchlichen Lebens von überdiözesaner Bedeutung.“

Der Vatikan unter Papst Franziskus und nun unter Papst Leo forderte trotz aller Kritik am Synodalen Weg nie förmlich, den Prozess mit seinen teils radikalen Änderungsbestrebungen an der überlieferten kirchlichen Lehre zu beenden und Gremien nur so einzurichten, wie es kirchenrechtlich problemlos möglich ist und wie sie in Deutschland auf allen Ebenen existieren. Nun besteht die Lösung der deutschen Frage entweder darin, die Satzung zu genehmigen, womit alle bisherige vatikanische Kritik als substanzlos erscheinen würde, oder die Satzung abzulehnen, wodurch der Eindruck entstünde, dass der Vatikan erst dann durchgreift, wenn es um die Macht der Bischöfe geht, nicht aber zuvor, wenn zentrale Punkte der katholischen Lehre in Frage gestellt wurden – etwa mit Blick auf Frauenordination, die reguläre Taufspendung durch Laien und Homosexualität.

Eterović hatte 2023 betont, dass Synodalität nicht „neue Einrichtungen mit dem Risiko einer weiteren Zunahme an Bürokratie“ bedeute. Stattdessen sei „geboten, die bereits bestehenden diözesanen Gremien im synodalen Geist zu beleben“. Synodalität sei „mehr eine Frage des Geistes und des Stils als der Strukturen“. Nichtsdestotrotz wurde der Synodale Weg fortgesetzt, auch wenn sich vier Diözesanbischöfe – von Köln, Eichstätt, Passau und Regensburg – nicht weiter daran beteiligen wollten.

Die letzte Sitzung des Synodalen Wegs findet vom 29. bis zum 31. Januar in Stuttgart statt. Die Frühjahrs-Vollversammlung der DBK ist vom 23. bis zum 26. Februar in Würzburg geplant. Dort müssten die Bischöfe der Satzung zustimmen, damit sie auch ihrerseits in Kraft treten könnte. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat eine solche Abstimmung bereits vorgenommen.

Unterdessen könnte es auch sein, dass Eterović mit Leo gar nicht über den Synodalen Weg sprach, sondern dass seine Audienz einen ganz anderen Hintergrund hatte. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) spekulierte: „Der aus Kroatien stammende Geistliche wird am Dienstag 75 Jahre alt. In diesem Alter müssen Bischöfe und Nuntien dem Papst ihren Rücktritt anbieten. Ob Leo XIV. sein Gesuch zeitnah annehmen wird, ist offen. Zuletzt zeigte der am 8. Mai gewählte Papst die Tendenz, Bischöfe nicht deutlich über die Pensionsgrenze hinaus im Amt zu belassen.“

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