„Apostel des Nordens“: Kardinal Parolin, Bonifatiuswerk feiern 1200 Jahre heiliger Ansgar

Kardinal Pietro Parolin
Marco Chwalek / Erzbistum Hamburg

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und das Bonifatiuswerk haben am Wochenende mit dem Bistum Kopenhagen in Dänemark den heiligen Ansgar gefeiert. Der „Apostel des Nordens“ hatte sich vor genau 1200 Jahren aus dem Kloster Corvey unweit von Paderborn nach Skandinavien begeben.

Das Bonifatiuswerk berichtete: „Bei einem ökumenischen Gottesdienst am Samstag in der evangelischen-lutherischen Frauenkirche und dem Festgottesdienst am Sonntag in der katholischen Domkirche St. Ansgar würdigten Vertreter der katholischen Kirche und evangelisch-lutherischen Kirche Ansgar als einen ‚Grenzgänger des Glaubens‘. Er sei Brückenbauer zwischen Nord und Süd sowie Wegbereiter europäischer Verbundenheit.“

Parolin sagte bei der ökumenischen Vesper: „Die Ökumene der Nächstenliebe fördert die Gemeinschaft unter den Christen und erleuchtet auch den Dialog in Wahrheit, indem sie die Entschlossenheit zum gegenseitigen Respekt und zur Kontinuität des brüderlichen Dialogs stärkt.“

Als Hilfswerk für die Diaspora-Regionen in Deutschland, dem Baltikum und Nordeuropa hat das Bonifatiuswerk enge Verbindungen auch nach Dänemark. Generalsekretär Msgr. Georg Austen erklärte in einem Grußwort zur Eröffnung des Ansgar-Jubiläumsjahrs: „Seit 1974 hat das Bonifatiuswerk die Länder der Nordischen Bischofskonferenz als Förderregionen in seine Satzung aufgenommen – ergänzend zu den deutschen St.-Ansgar-Werken in Köln, Osnabrück und Münster. Im September 2024 haben wir das 50-jährige Jubiläum unserer Nordeuropahilfe gefeiert.“

„Mit unserer Nordeuropahilfe haben wir in den letzten zehn Jahren mehr als 14 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung gestellt“, führte Austen aus. „Hinzu kommt die Unterstützung des Diaspora-Kommissariats für Priester in Nord-, Mittel und Osteuropa. Die katholischen Priester in Deutschland spenden dafür monatlich ein Prozent ihres Gehalts. In den letzten zehn Jahren hat das Diaspora-Kommissariat mehr als 43 Millionen Euro für Nordeuropa bereitgestellt.“

„Ansgar war, wie Bonifatius, ein Benediktiner-Mönch“, zeigte er die Verbindung zwischen dem Namesgeber des Bonifatiuswerks und dem „Apostel des Nordens“ auf. „Beiden gemeinsam ist auch, dass sie die Mauern ihrer Klöster verlassen haben, um als Missionare in ferne, fremde Länder aufzubrechen. Legendär sind die Entbehrungen und Gefahren, die sie auf sich genommen haben. Es gab immer wieder Rückschläge und Enttäuschungen.“

„Wenn wir heute die Biografien dieser Heiligen betrachten – wie kleingläubig und mutlos erscheinen dann manche Debatten, in der Politik, in der Wirtschaft, und auch in der Kirche?“, fragte sich Austen. „Man starrt auf Strukturreformen, Kirchenmitgliedsstatistiken, und auf Instagram geht es darum, welche Smartwatch der Papst trägt. Zu Zeiten von Ansgar und Bonifatius gab es all das nicht. Sie brachen auf ins Ungewisse – der Glaube an Jesus Christus und die frohe Botschaft des Evangeliums gaben ihnen Halt. Was brauchen wir heute mehr?“

„Für Katholiken in Deutschland ist es beeindruckend, unter welchen Umständen die Brüder und Schwestern in der nordischen Diaspora ihren Glauben leben: weite Wege, verschiedene Sprachen und Kulturen, viele junge Gesichter, gelebte Ökumene, dabei oft wenig Geld, aber ganz viel Zuversicht, Engagement und Glauben“, betonte der Generalsekretär des Bonifatiuswerks. „Für unsere Spenderinnen und Spender ist das ein Ansporn, die Kirche im Norden zu unterstützen. Es ist aber ebenso ein Ansporn für ihr eigenes Leben zu Hause in der Gemeinde.“

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