Die erste vatikanische Versammlung der weltweiten Synode zur Synodalität wird im Oktober beginnen und Geistliche und Laien fast einen Monat lang zu Diskussionen zusammenbringen. Hier erfahren Sie, was Sie wissen müssen.

Was ist die Synode zur Synodalität?

Die von Papst Franziskus im Oktober 2021 initiierte Synode zur Synodalität ist ein mehrjähriges, weltweites Unterfangen, bei dem die Katholiken gebeten wurden, ihren örtlichen Diözesen eine Rückmeldung zu der Frage zu geben: „Zu welchen Schritten lädt uns der Geist ein, um in unserem ‚gemeinsamen Unterwegssein‘ zu wachsen?“

Der umfangreiche synodale Prozess der Kirche hat bereits diözesane, nationale und kontinentale Etappen durchlaufen. Er wird in zwei globalen Versammlungen im Vatikan gipfeln. Die erste wird vom 4. bis zum 28. Oktober stattfinden und die zweite ein Jahr später im Oktober 2024, um den Papst zum Thema „Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe, Mission“ zu beraten.

Was bedeutet Synodalität?

Synodalität wurde von der Internationalen Theologischen Kommission der Glaubenskongregation im Jahr 2018 definiert als „das Wirken des Geistes in der Gemeinschaft des Leibes Christi und im missionarischen Weg des Volkes Gottes“.

Das Vorbereitungsdokument für die Synode 2021 beschreibt die Synodalität als „die Form, den Stil und die Struktur der Kirche“.

Das jüngste vom Vatikan veröffentlichte Dokument fügt hinzu, dass Synodalität auch als etwas verstanden werden kann, das „nicht aus der Verkündigung eines Prinzips, einer Theorie oder einer Formel entsteht, sondern aus der Bereitschaft, in eine Dynamik des konstruktiven, respektvollen und betenden Sprechens, Zuhörens und Dialogs einzutreten“.

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„An der Wurzel dieses Prozesses steht die persönliche und gemeinschaftliche Annahme von etwas, das sowohl ein Geschenk als auch eine Herausforderung ist: eine Kirche von Schwestern und Brüdern in Christus zu sein, die einander zuhören und dabei allmählich durch den Heiligen Geist verwandelt werden“, heißt es.

Papst Franziskus hat gesagt, er stelle sich die Synode über die Synodalität als „eine Reise im Einklang mit dem Geist“ vor, „nicht als ein Parlament, um Rechte einzufordern und Bedürfnisse gemäß der Tagesordnung der Welt geltend zu machen, und auch nicht als eine Gelegenheit, um dem Wind zu folgen, der gerade weht, sondern als eine Gelegenheit, dem Atem des Heiligen Geistes gefügig zu sein“.

Was sind die wichtigsten Fragen, welche die Synode zur Synodalität zu beantworten versucht?

Es gibt drei übergreifende Fragen für die kommende Synodenversammlung, die im Leitdokument der Synodenversammlung 2023, dem „Instrumentum Laboris“, definiert sind: Wie können wir besser ein Zeichen und Werkzeug der Einheit mit Gott und der Einheit der ganzen Menschheit sein? Wie können wir unsere Gaben und Aufgaben im Dienst des Evangeliums besser teilen? Welche Prozesse, Strukturen und Institutionen sind in einer missionarischen synodalen Kirche erforderlich?

Hauptziel der ersten Sitzung im Oktober wird es sein, einen Studienplan im „synodalen Stil“ zu entwerfen und festzulegen, wer an diesen Diskussionen beteiligt sein wird, so das „Instrumentum Laboris“. Die Entscheidungsfindung soll auf der Synode 2024 „abgeschlossen“ werden.

Was sind einige der Themen, die auf der Synodenversammlung behandelt werden könnten?

Das „Instrumentum Laboris“, welches die Diskussionen auf der Synodenversammlung im Oktober lenken soll, schlägt vor, sich mit einigen brisanten Themen zu befassen, darunter Frauen als Diakone, der priesterliche Zölibat und die LGBT-Bewegung.

Das Dokument hebt auch den Wunsch nach neuen institutionellen Gremien hervor, die eine stärkere Beteiligung des „Volkes Gottes“ an der Entscheidungsfindung ermöglichen sollen. Eine der vorgeschlagenen Fragen für die Bischofssynode lautet: „Was können wir von anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften über die Ausübung von Autorität und Verantwortung lernen?“

Wie unterscheidet sich die Synode zur Synodalität von früheren Bischofssynoden?

Eine Synode ist eine Versammlung von Bischöfen, die ein Thema von theologischer oder pastoraler Bedeutung erörtern, um ein Dokument mit Ratschlägen oder Empfehlungen für den Papst vorzubereiten.

Zum ersten Mal werden an der Bischofssynode 2023 auch stimmberechtigte Delegierte teilnehmen, die keine Bischöfe sind. Fast ein Drittel der 364 stimmberechtigten Delegierten wurde direkt vom Papst ernannt, darunter Laien, Priester, gottgeweihte Frauen und Diakone. 54 der stimmberechtigten Mitglieder sind Frauen.

Die Versammlung im Oktober wird in der vatikanischen Aadienzhalle und nicht in der Synodenhalle des Vatikans stattfinden, wobei die Delegierten an runden Tischen mit jeweils etwa 10 Personen sitzen sollen. Der zweite Teil der Versammlung im Oktober wird sich auf die Entscheidung über die nächsten Schritte der Kirche und „die notwendigen eingehenden theologischen und kanonischen Studien zur Vorbereitung“ für eine zweite Versammlung im Oktober 2024 konzentrieren.

 

Welche anderen Ereignisse finden im Vorfeld der Synodenversammlung im Oktober statt?

Die Synodenversammlung 2023 im Vatikan beginnt mit dreitägigen Exerzitien für die Bischöfe und Teilnehmer vom 1. bis zum 3. Oktober unter der Leitung des Dominikanerpaters Timothy Radcliffe, der wegen seiner Äußerungen zur Homosexualität von einigen kritisiert wurde.

Papst Franziskus hat außerdem eine ökumenische Gebetsvigil auf dem Petersplatz im Rahmen der Synode zur Synodalität für den 30. September angekündigt. Die Vigil, von der Gemeinschaft von Taizé organisiert, wird Gott die Arbeit der Synodenversammlung im Oktober anvertrauen.

Wer hat an der Synode zur Synodalität teilgenommen?

Das Generalsekretariat der Bischofssynode hat berichtet, die erste diözesane Anhörungsphase sei mit der Teilnahme von 112 der 114 Bischofskonferenzen der Welt abgeschlossen worden.

Einem Bericht der US-Bischofskonferenz zufolge haben in den USA etwa 700.000 Menschen an der diözesanen Phase der Synode teilgenommen, das entspricht etwa einem Prozent der 66,8 Millionen Katholiken im Land.

Wer sind die Hauptorganisatoren der Synode zur Synodalität?

Kardinal Jean-Claude Hollerich SJ, der 64-jährige Erzbischof von Luxemburg, ist als Generalrelator einer der führenden Organisatoren der laufenden Synode über die Synodalität. Der Jesuit wurde kürzlich in den Rat der Kardinalberater von Papst Franziskus aufgenommen. Hollerich sagte in einem Interview im März, er glaube, dass ein zukünftiger Papst weibliche Priester zulassen könnte. Außerdem finde er „den Teil der Lehre, der Homosexualität als ‚in sich nicht in Ordnung‘ bezeichnet, ein wenig fragwürdig“.

Kardinal Mario Grech, der Generalsekretär der Bischofssynode, ist der frühere Bischof von Gozo (Malta). Er war einer der beiden Autoren der umstrittenen pastoralen Leitlinien der maltesischen Bischöfe zu „Amoris Laetitia“, die besagen, dass zivil geschiedene und wiederverheiratete Katholiken in bestimmten Fällen und nach „ehrlicher Unterscheidung“ die Kommunion empfangen können. Letztes Jahr bezeichnete Grech die öffentliche Kritik am deutschen Synodalen Weg als „Denunziation“.

Gibt es ein Gebet für die Synode zur Synodalität?

Das Vademecum für die Synode veröffentlichte das folgende „Gebet für die Synode zur Synodalität“: „Wir stehen vor dir, Heiliger Geist, während wir uns in deinem Namen versammeln. Du allein leitest uns, lass dich in unseren Herzen nieder; lehre uns den Weg, den wir gehen müssen, und wie wir ihn gehen sollen. Wir sind schwach und sündig; lass nicht zu, dass wir die Unordnung fördern. Lass nicht zu, dass Unwissenheit uns auf einen falschen Weg führt und dass Parteilichkeit unser Handeln beeinflusst. Lass uns in dir unsere Einheit finden, damit wir gemeinsam den Weg zum ewigen Leben gehen können und nicht vom Weg der Wahrheit und dessen, was recht ist, abkommen. All das erbitten wir von dir, der du an jedem Ort und zu jeder Zeit wirkst, in der Gemeinschaft des Vaters und des Sohnes, in Ewigkeit. Amen.“

Übersetzt und redigiert aus dem Original von Catholic News Agency (CNA), der englischsprachigen Partneragentur von CNA Deutsch.