"Vertrauen": Papst Franziskus veröffentlicht Schreiben über Therese von Lisieux

Die heutige Heilige und Kirchenlehrerin um das Jahr 1890: Thérèse vom Kinde Jesu und dem Heiligen Gesicht war Nonne im Orden der Unbeschuhten Karmelitinnen in Lisieux, Frankreich.
Wikimedia (CC0)

Papst Franziskus hat am heutigen Sonntag das Apostolische Schreiben C'est la Confiance — „Das Vertrauen“ — über die Heilige Therese von Lisieux veröffentlicht.

Das Schreiben erscheint am 15. Oktober — dem 150. Jahrestag der Geburt der Heiligen in Alençon, Frankreich. Vor allem betont der Papst die Bedeutung des Vertrauens auf dem Weg zur Liebe: „Das Vertrauen und nichts als das Vertrauen soll uns zur Liebe führen!“

Diese Worte, so Franziskus, „sagen alles, sie fassen die Besonderheit ihrer Spiritualität zusammen und würden bereits genügen, um ihre Erhebung zur Kirchenlehrerin zu rechtfertigen.“

Weiter erläutert der Papst, wie das Vertrauen die Quelle der Gnade in unserem Leben zum Überfließen bringt: „Mit dem Vertrauen fließt die Quelle der Gnade in unserem Leben über, das Evangelium wird in uns Fleisch und verwandelt uns in Kanäle der Barmherzigkeit für unsere Brüder und Schwestern.“

An Bord des Flugzeugs, das ihn in die Mongolei brachte, hatte Papst Franziskus am 31. August angekündigt, dass er ein Apostolisches Schreiben über die Heilige Therese von Lisieux vorbereite, das am 15. Oktober veröffentlicht werden soll.

Papst Franziskus wählte den Gedenktag der Namensvetterin und Heiligen Teresa von Ávila, einer weiteren bedeutenden Frau des Karmelitenordens, für die Veröffentlichung seines Apostolischen Schreibens über die Heilige Therese von Lisieux.

Diese Wahl unterstreicht die spirituelle Verbindung und das gemeinsame Erbe der beiden Heiligen im Karmelitenorden: Im Schreiben erläutert der Papst, dass er bewusst diesen Tag wählte, um Therese von Lisieux als eine reife Frucht der Reform des Karmels und der tiefen Spiritualität, die durch die große spanische Heilige, Teresa von Ávila, repräsentiert wird, zu präsentieren.

Um die beiden Heiligen zu unterscheiden, sprechen Katholiken auch — mit Blick auf den Fokus der Spiritualität, nicht eine andere „Größenordnung“ — von der „kleinen“ Thérèse von Lisieux und der „großen“ Teresa von Ávila.

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Durch die Veröffentlichung am Gedenktag der „großen“ Teresa von Ávila lädt Papst Franziskus die Gläubigen ein, die beispielhafte Heiligkeit und das geistliche Erbe beider Heiligen zu erkunden und zu schätzen.

Die Heilige Therese, bekannt als Theresia vom Kinde Jesus und vom Heiligen Antlitz, wird im Schreiben als eine „der bekanntesten und beliebtesten Heiligen in der ganzen Welt“ beschrieben.

Papst Franziskus geht auch auf die Geschichte und den Einfluss der Heiligen Therese ein. Er erinnert daran, wie ihre „außergewöhnliche Kraft an Licht und an Liebe“ nach ihrem Tod durch die Veröffentlichung ihrer Schriften und durch die „unzähligen Gnaden, die die Gläubigen erhielten, die sie anriefen“, offenbart wurde.

Die Kirche erkannte den „außerordentlichen Wert ihres Zeugnisses und die Besonderheit ihrer im Evangelium verwurzelten Spiritualität“ schnell an. Theresia bat Papst Leo XIII. im Alter von fünfzehn Jahren um die Erlaubnis, in den Karmel einzutreten. Schon kurz nach ihrem Tod wurde sie von Pius X. hoch geschätzt, der die Aussage traf, sie würde die „größte Heilige der Moderne“ werden.

Die Heilige Therese von Lisieux wurde 1925 heiliggesprochen und 1997 zur Kirchenlehrerin erhoben. Papst Johannes Paul II. erklärte sie zur „Expertin der scientia amoris“ (Wissenschaft der Liebe).

Franziskus' Schreiben enthält auch Reflexionen über die Bedeutung des Vertrauens im täglichen Leben der Gläubigen: „Es ist das Vertrauen, das uns jeden Tag trägt und das uns im Angesicht des Herrn bestehen lässt, wenn er uns zu sich rufen wird.“

Die Veröffentlichung des Schreibens am Gedenktag der Heiligen Theresia von Ávila, einer anderen bedeutenden Karmelitin, stellt eine Verbindung zwischen der Spiritualität der beiden Heiligen her und weist auf die Reife der Reform des Karmels und der Spiritualität der großen spanischen Heiligen hin.

Das Apostolische Schreiben „C'est la Confiance“ ist eine detaillierte Reflexion über das Leben und die Lehre der Heiligen Therese von Lisieux und betont die Bedeutung des Vertrauens und der Liebe im christlichen Leben.

Das Schreiben endet mit einem Gebet: „Liebe heilige Therese, hilf uns, immer auf die große Liebe Gottes zu uns zu vertrauen, wie du es getan hast, damit wir jeden Tag deinen kleinen Weg der Heiligkeit nachahmen können.“