Amazonas-Bischof Kräutler über Weltsynode: „Da wird nichts dabei rauskommen“

Bischof Erwin Kräutler CPPS
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Der aus Österreich stammende langjährige Bischof Xingu in Brasilien, Erwin Kräutler CPPS, hat seine Skepsis angesichts der Weltsynode zur Synodalität zum Ausdruck gebracht: „Da wird nichts dabei rauskommen. Ausser Spesen, nichts gewesen.“

Der Amazonas-Bischof gehört zu den Stimmen in der Kirche, die teils radikale Änderungen der kirchlichen Lehre fordern. Im Gespräch mit kath.ch sagte Kräutler am Freitag, er wünsche sich die Weihe von bewährten Menschen „zu Priestern oder Priesterinnen“: „So können sie jeden Sonntag Eucharistie feiern.“

Dabei zeigte er sich überzeugt, dass „zuerst“ verheiratete Priester kommen, „dann das Frauendiakonat. Priesterinnen wird die nächste Stufe sein.“

Angesprochen auf die verbindliche, auf Schrift und Tradition beruhende Feststellung von Papst Johannes Paul II., dass die Kirche keine Vollmacht hat, Frauen zu weihen, sagte Kräutler: „Der polnische Papst hat leider nicht mitbekommen, dass die Frauen heute eine ganz andere Stellung haben. Früher gab es ja nicht mal Frauen im Theologiestudium. Heute sieht die Welt anders aus. Wir brauchen Frauen – auch in Ämtern. Es kann nicht sein, dass uralte Männer eine Theologie der Frau entwerfen.“

„Ich habe als junger Mann das Zweite Vatikanische Konzil erlebt“, erinnerte sich der Amazonas-Bischof. „Das war ein Frühling für die Kirche. Diesen Frühling braucht es wieder. Der nächste Papst kann es vielleicht schaffen.“

Jedenfalls könne der Nachfolger von Papst Franziskus mit Blick auf Reformen nicht die Uhr zurückdrehen: „Das, was Papst Franziskus eingeleitet hat, dahinter kann die Kirche nicht.“

Über die Lage der Kirche in seiner langjährigen Diözese in Brasilien räumte Kräutler im Vergleich zu Europa ein: „So blühend ist es bei uns auch nicht – auch wenn hierzulande das Reaktionäre gerne behaupten. Zudem: In Lateinamerika wandeln viele Katholikinnen und Katholiken zu den Sekten ab, weil sie keinen Zugang zur Eucharistiefeier haben – wegen des von Rom gemachten Priestermangels. Es ist Zeit, endlich was zu ändern.“