Adveniat startet Weihnachtsaktion mit Gottesdienst in Erfurt

Eröffnung der Weihnachtsaktion von Adveniat am 3. Dezember 2023
Paul-Philipp Braun / Adveniat

Im Rahmen einer Messfeier im Erfurter Dom hat das Hilfswerk „Adveniat“ am Ersten Adventssonntag die diesjährige Weihnachtsaktion eröffnet. Aus diesem Anlass war Kardinal Álvaro Ramazzini aus Guatemala zu Gast.

„Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Egoismus und ethnische Auseinandersetzungen sind heutzutage eine der größten Sünden“, betonte dieser in seiner Predigt und fragte die Messbesucher: „Wenn ich kein Kardinal oder Bischof wäre, würde man mich dann mit der gleichen Sympathie und Herzlichkeit behandeln, wie ich sie bisher erfahren habe?“

Ramazzini würdigte die Arbeit von „Adveniat“, die für eine Verbindung und eine geistliche Geschwisterlichkeit zwischen Deutschland und den Menschen in Lateinamerika und der Karibik sorge. „Aus Lateinamerika, tausend Dank für diesen Ausdruck wahrer christlicher Nächstenliebe, die einen Namen hat: Adveniat“, sagte der Kardinal.

Auch der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr meldete sich in seiner Kathedrale zu Wort und forderte, die Fluchtbewegungen insbesondere in Lateinamerika nicht zu vergessen – auch wenn es in Deutschland und Europa eigene Herausforderungen gebe.

„Weltweit sind über 108 Millionen Menschen auf der Flucht“, rief Neymeyr in Erinnerung. „So viele wie noch nie zuvor in der Geschichte. Einer von fünf Geflüchteten kommt aus Lateinamerika.“

Pater Martin Maier SJ, der Hauptgeschäftsführer von „Adveniat“, sagte: „Lassen Sie uns die Menschen, die infolge von Gewalt, politischer Verfolgung, Armut und Hunger im wahrsten Sinne des Wortes verwundet sind, mit unserer Hilfe verbinden. Damit Migrantinnen und Migranten in sicheren Unterkünften Schutz finden, mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Medikamenten versorgt werden und die Chance auf einen Neuanfang, auf ein menschenwürdiges Leben haben.“

„Adveniat“ ist eines von mehreren Hilfswerken der Kirche in Deutschland und konzentriert sich auf Lateinamerika. Das Hilfswerk besteht seit den 1960er Jahren. Die verteilten Gelder liegen jährlich im mittleren zweistelligen Millionenbereich.