Priester in Nigeria während der Krankensalbung entführt

Pfarrer Kingsley Eze.
Bistum Okigwe

Ein katholischer Priester der nigerianischen Diözese Okigwe, Pater Kingsley Eze, wurde am 30. November entführt. Er war gerade dabei, einem Gemeindemitglied die Krankensalbung zu spenden, als er überfallen wurde.

Die Diözese Okigwe bestätigte die Entführung am 1. Dezember. „Einer unserer Priester, Pfarrer Kingsley Eze, wurde am Donnerstagabend entführt, als er einem kranken Gemeindemitglied das Sakrament der Krankensalbung spenden wollte“, erklärte Pater Princewill Iwuanyanwu, der Kanzler der Diözese.

Die Entführung erfolgte gegen 20.00 Uhr, und der Aufenthaltsort von Pater Eze bleibt unbekannt. Pater Princewill appellierte an die Öffentlichkeit: „Wir bitten euch inständig um eure Gebete für seine sichere Rückkehr.“

Laut Zeugenaussagen, die von der Agenzia Fides gesammelt wurden, wurden Pater Eze, der in der Gemeinde als Pater Ichie bekannt ist, und Uchenna Newman, eine weitere Person, von bewaffneten Männern überfallen. Dies geschah, als sie an einer Kreuzung aus ihrem Auto stiegen.

Die Banditen raubten zunächst Straßenhändler aus und schossen wahllos, wobei ein Passant verletzt wurde. Anschließend zwangen sie den Priester und seinen Begleiter, ihnen zu folgen.

Die Pfarrei St. Michael, die Pater Eze seit 2017 leitet, befindet sich im Bundesstaat Imo im Süden Nigerias – einer Region, die wiederholt von Angriffen, insbesondere gegen Christen, heimgesucht wird.

Ein kürzlich von der Internationalen Gesellschaft für bürgerliche Freiheiten und Rechtsstaatlichkeit (Intersociety) veröffentlichter Bericht offenbart eine besorgniserregende Situation im Bundesstaat Imo: In 29 Monaten wurden 900 unbewaffnete Personen getötet, 700 verletzt und 3.500 verhaftet, die meisten davon unbeteiligte Christen.

Intersociety hat zudem über 1.400 Fälle von Erpressung, das Verschwinden von 300 Personen und die Zerstörung von 1.200 zivilen Häusern berichtet, was zur Vertreibung von 30.000 Menschen führte. Die Angriffe haben laut dem Bericht 500.000 Menschen zur Flucht aus dem Bundesstaat gezwungen.

Mehr in Welt

Intersociety fordert die strafrechtliche Verfolgung von mehr als 30 hochrangigen Regierungsbeamten in Nigeria, einschließlich des Gouverneurs des Bundesstaates Imo, Hope Uzodinma. Diese sollen direkt mit den Morden und Massenvertreibungen von Christen in Verbindung stehen.

Übersetzt und redigiert aus dem Original der CNA Deutsch-Schwesteragentur ACI Africa