Papst hatte Weihen ausgesetzt: Erstmals seit 2022 wieder Neupriester in Frejus-Toulon

Priesterkragen (Symbolbild)
Daniel Ibáñez / CNA Deutsch

Am vergangenen Sonntag haben im Bistum Fréjus-Toulon an der Côte-d’Azur die Weihen eines Priesters und dreier Diakone stattgefunden – erstmals, nachdem Papst Franziskus 2022 alle Weihen im Bistum bis auf weiteres verboten hatte.

Den jetzigen Weihen vorangegangen war die Aussetzung der Weihen Mitte 2022 und eine Apostolische Visitation durch den Vatikan, da es „eine Reihe von Schwierigkeiten“ in der Diözese gebe, wie es in einer Erklärung der Apostolischen Nuntiatur Frankreichs hieß. Die Untersuchung erfolgte „im Auftrag von Papst Franziskus“. Ihr Ergebnis ist bis heute unbekannt.

Papst Franziskus stellte dann im November 2023 dem weiterhin amtierenden Diözesanbischof, Dominique Rey, einen Koadjutor-Bischof zur Seite: François Touvet. Der Papst übertrug diesem die Ausbildung der Seminaristen und die Leitung des Klerus. Touvet wird voraussichtlich bis zum altersbedingten Rücktritt von Rey in dieser Position verweilen und danach die Leitung des Bistums übernehmen. Der Koadjutor-Bischof stand den jetzigen Weihen als Hauptzelebrant vor.

Bischof Rey hatte damals persönliche Gespräche mit dem Dikasterium für die Bischöfe in Rom geführt. Er vermutete, dass die Entscheidung des Papstes möglicherweise aufgrund der „Herkunft der Berufungen und der Vielfalt der Ausbildungswege“, der „Vielfalt innerhalb der Priesterschaft des Bistums“ und der „Präsenz vieler verschiedener geistlicher Gemeinschaften“ getroffen wurde.

Französische Medien spekulierten, dass eine zu große Offenheit des Bischofs gegenüber traditionellen Gemeinschaften der Grund für diese Entwicklung sein könnte. Auch die Ausbildung im Priesterseminar, die angeblich zu stark an der außerordentlichen Form der Messfeier orientiert war, schien in den Fokus des Vatikans gerückt zu sein.