Dominikaner geben traditionsreiches Kloster in Worms auf

St.-Paulus-Kirche der Dominikaner in Worms
Reinhard Dietrich / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Die Dominikaner wollen ihr traditionsreiches Kloster in Worms aufgeben, wobei ein genauer Termin noch nicht feststeht. Das Kloster war 1226 gegründet worden. Albert der Große wurde dort 1254 zum Provinzial, also zum Oberen, der Dominikanerprovinz Teutonia gewählt.

Das Bistum Mainz berichtete bereits am Dienstag über die Entscheidung, das Kloster zu schließen, nachdem am Sonntag die Messbesucher vor Ort informiert worden waren.

Als Prior der Wormser Dominikaner sagte Pater Johannes Zabel: „Wir haben bis zuletzt gehofft, aber es war klar, dass der Orden auch Häuser schließen muss.“

Derzeit leben vor Ort noch drei Dominikaner. Zuvor war bereits das Noviziat aus Worms entfernt und nach Vechta in Niedersachsen verlegt worden. Wurden in der Vergangenheit die angehenden Priester intern theologisch ausgebildet – etwa im heute ebenfalls aufgelösten Kloster Walberberg –, so absolvieren sie jetzt ein Studium an der Wiener Universität und leben im dortigen Dominikanerkonvent.

In Worms waren die Dominikaner seit 1226, also seit fast 800 Jahren. Bedingt durch Napoleon und die Säkularisation mussten sie aber 1797 das Kloster aufgeben. Die offizielle Auflösung erfolgte 1802.

Zu einer Rückkehr nach Worms kam es dann erst wieder 1925, also vor rund 100 Jahren.

Wie die Gebäude in Zukunft genutzt werden sollen, steht noch nicht fest. Das Bistum Mainz berichtete: „Die Idee ist, dass dort im Kloster das zentrale Pfarramt und Verwaltungszentrum der künftigen Pfarrei angesiedelt wird, zusammen mit dem Dienstsitz des leitenden Pfarrers und mit Arbeitsräumen für weitere Mitarbeitende. Darüber hinaus gäbe es die Idee, dass das regionale Jugendbüro Rheinhessen-Süd, das momentan im Martinushaus eingemietet ist, dorthin umziehen könnte. Eine noch weitergehende Vision wäre, dass das ebenfalls künftig im Martinushaus untergebrachte evangelische Dekanatsjugendpfarramt ebenso dorthin umziehen könnte und dass im Kloster dann perspektivisch so etwas wie eine ökumenische Jugendzentrale entstehen könnte.“