Vatikan veröffentlicht erneut vorbereiteten Text für Generalaudienz von Papst Franziskus

Papst Franziskus (Archivbild)
Julia Cassell / CNA Deutsch

Der Vatikan hat am Mittwoch, wie schon in der Vorwoche, die von Papst Franziskus vorbereitete Ansprache für die Generalaudienz veröffentlicht, die aufgrund seines Krankenhausaufenthalts nun schon zum zweiten Mal in Folge nicht stattfinden konnte.

Der 88-jährige Pontifex, der an einer komplexen beidseitigen Lungenentzündung leidet, ging auf die Darstellung Jesu im Tempel ein. Der Evangelist Lukas zeige „den Gehorsam von Maria und Josef gegenüber dem Gesetz des Herrn und allen seinen Vorschriften. Eigentlich gab es in Israel keine Verpflichtung, das Kind im Tempel darzustellen, aber diejenigen, die im Hören auf das Wort des Herrn lebten und es befolgen wollten, hielten es für eine wertvolle Praxis.“

„Maria und Josef gliedern Jesus nicht einfach in eine Familiengeschichte, in ein Volk, in einen Bund mit Gott, dem Herrn, ein“, fuhr der Papst fort. „Sie kümmern sich um seine Pflege und sein Wachsen, sie führen ihn in die Atmosphäre des Glaubens und der Anbetung ein. Und sie selbst wachsen allmählich im Verständnis einer Berufung, die weit über sie hinausgeht.“

„Im Tempel, der ‚ein Haus des Gebets‘ ist, atmet der Heilige Geist und spricht zum Herzen eines alten Mannes“, so Franziskus, nämlich Simeon, der das Kind umarmt, „das klein und hilflos in seinen Armen ruht. Aber er ist es, der Trost und die Fülle seiner Existenz findet, indem er es an sich drückt.“

Der Lobgesang des Simeon „singt von der Freude eines Menschen, der gesehen hat, der die Begegnung mit dem Retter Israels und der Völker erkannt hat und sie weitergeben will. Er ist ein Zeuge des Glaubens, den er als Geschenk empfängt und weitergibt. Er ist ein Zeuge der Hoffnung, die nicht enttäuscht. Er ist ein Zeuge der Liebe Gottes, die das Herz des Menschen mit Freude und Frieden erfüllt. Von diesem geistlichen Trost erfüllt, sieht der alte Simeon den Tod nicht als Ende, sondern als Erfüllung, als Fülle, er erwartet ihn als ‚Schwester‘, die nicht vernichtet, sondern in das wahre Leben einführt, das er bereits erahnt hat und an das er glaubt.“

Außerdem verwies Papst Franziskus auf Hanna, eine Witwe, „die sich ganz dem Tempeldienst und dem Gebet verschrieben hat. Beim Anblick des Kindes feiert Hanna den Gott Israels, der sein Volk in eben diesem Kind erlöst hat, und erzählt anderen davon, wobei sie auf prophetische Weise Kunde gibt. Der Erlösungsgesang der beiden alten Menschen löst so die Verkündigung des Jubeljahres für das ganze Volk und die Welt aus. Im Tempel von Jerusalem wird die Hoffnung in den Herzen neu entfacht, denn Christus, unsere Hoffnung, hat ihn betreten.“

Die Gläubigen rief der Papst auf, Simeon und Hanna als „Pilger der Hoffnung“ nachzuahmen, „die einen klaren Blick haben, der über den Anschein hinausgeht, die es verstehen, die Gegenwart Gottes im Kleinen zu ‚riechen‘, die es verstehen, den Besuch Gottes mit Freude aufzunehmen und die Hoffnung in den Herzen ihrer Brüder und Schwestern neu zu entfachen“.

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