Redaktion - Montag, 24. März 2025, 12:00 Uhr.
Der Bischof von Fulda, Michael Gerber, hat sich zum aktuellen Stand der neuen Rahmenordnung für die Priesterausbildung in Deutschland geäußert. Besonders wichtig seien ihm als Ziele in der Priesterausbildung „menschliche Reife“, „theologische Bildung“ und „geistliche Tiefe“.
Die Priesterausbildung in Deutschland wird derzeit überarbeitet. Grundlage ist die weltweite Ratio Fundamentalis von 2016. Ein nationaler Entwurf (Ratio Nationalis) wurde für Anfang 2023 erwartet, ist aber noch nicht veröffentlicht. Ziel der neuen Ordnung ist eine bessere Qualitätssicherung durch klare Vorgaben für Lerngruppen, Ausbildende und akademische Bildung. Zuständig für die Kommission zur Überarbeitung der Rahmenordnung ist Gerber, wie CNA Deutsch berichtete.
Im Interview mit katholisch.de sagte der Bischof am Montag: „Dazu kommt die geistliche Tiefe, ob jemand einen persönlichen Zugang zu einer Christusbeziehung gefunden hat und auch als Diözesanpriester ein geistliches Leben gestalten kann.“ Denn der Priester wohne allein und nicht in einer geistlichen Gemeinschaft.
All das müsse angestoßen sein, „um lebenslanges Wachstum zu ermöglichen“, so Gerber weiter. Man sei „nie fertig“ und mache sein Leben lang „neue Erfahrungen“. Hier müsse das eigene Mindset „ein Leben lang kritisch hinterfragt werden“.
Die Frage der Standorte der Priesterausbildung habe „keine Priorität“. Die neue Rahmenordnung werde sich vor allem auf die „wesentlichen Ausbildungsziele“ konzentrieren. Die Rahmenordnung soll in der ersten Hälfte dieses Jahres veröffentlicht werden.
Ursprüngliche Pläne der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), die Priesterausbildung auf drei zentrale Standorte (München, Münster und Mainz) zu konzentrieren, haben zu erheblichen Kontroversen geführt. Kritik kam sowohl von theologischen Institutionen als auch von Bischöfen.
Ostdeutsche Bischöfe wie Gerhard Feige (Magdeburg) und Ulrich Neymeyr (Erfurt) kritisierten damals die Westlastigkeit der Standortwahl, wie CNA Deutsch berichtete. Feige betonte, dass die Ausbildung in ostdeutschen „Diaspora“-Regionen besondere Kompetenzen für Religionsferne vermitteln würde – eine Erfahrung, die künftigen Priestern bundesweit nütze.
Bis 2022 wurde der Plan revidiert: Statt drei sind nun rund zehn Standorte vorgesehen, darunter Kooperationen wie München (sieben Bistümer) und Erfurt-Magdeburg, wie CNA Deutsch berichtete. Die Bischofskonferenz räumte ein, dass die Reduktion auf drei Orte „mittelfristig nicht mehr erreichbar“ sei.