Historischer Tiefstand: Nur 29 Priesterweihen in Deutschland im Jahr 2024

Priesterweihe
Daniel Ibáñez / CNA Deutsch

Die Zahl der Priesterweihen in der katholischen Kirche in Deutschland ist 2024 auf einen historischen Tiefstand gesunken. Nur 29 Neupriester wurden in den 27 Bistümern geweiht – so wenige wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Zum Vergleich: 1962 gab es 557 Weihen, 2004 noch 122 und 2014 immerhin 75.

Besonders dramatisch zeigt sich die Lage in den fünf ostdeutschen Bistümern. Hier fanden 2024 nur zwei Weihen statt. In beiden Fällen handelt es sich um spätberufene Männer über 45 Jahren. Die Diözesen Magdeburg, Dresden-Meißen und Görlitz konnten keinen einzigen Priesteramtskandidaten vorweisen. Hintergrund ist die tiefverwurzelte Säkularisierung in der ehemaligen DDR: Laut einer Studie aus dem Jahr 2012 bezeichnen sich 59 Prozent der Ostdeutschen als Atheisten.

Laut Statistik wurden in elf von 27 deutschen Bistümern im vergangenen Jahr keine Priester geweiht. Die Höchstzahl mit vier Neupriestern vermeldete das Bistum Trier.

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) veröffentlichte auch aktuelle Zahlen zur Neuaufnahme von Priesteramtskandidaten. Diese liegt bei 47 für alle Bistümer im Jahr 2024. Erfahrungsgemäß wird aber nicht jeder Kandidat letztlich auch zum Priester geweiht, sondern eine große Zahl erkennt, dass keine Berufung vorliegt.

In jedem Fall handelt es sich auch bei dieser Zahl um einen neuen Tiefstand. Dreistellig war die Zahl neuer Priesteramtskandidaten zuletzt 2016 mit 103, über 200 zuletzt 2007 mit 201.

Während die deutschen Bistümer um jeden Priesteramtskandidaten kämpfen, melden Nachbarländer wie Frankreich oder Polen höhere Weihezahlen. So wurden in Frankreich im Jahr 2024 73 und in Polen 153 Neupriester geweiht, wie The Pillar berichtete.

Das Bistum Münster, einst eine Hochburg des katholischen Glaubens, steht exemplarisch für den dramatischen Rückgang der Priesterberufungen in Deutschland. Während in den 1950er Jahren jährliche Weihezahlen im zweistelligen Bereich zur Normalität gehörten, brachen diese ab den 1970er Jahren ein. Die Zahl der Priester sank von 1.466 im Jahr 1950 auf nur noch 765 im Jahr 2023.

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