„Echte Lösungen werden so kaum gefunden“: Bischof Dieser über gesellschaftliche Lage

Bischof Helmut Dieser
Synodaler Weg / Maximilian von Lachner

Der Aachener Bischof Helmut Dieser hat in seiner Predigt zum Jahreswechsel zahlreiche aktuelle Probleme in der Gesellschaft benannt und schließlich konstatiert: „Doch echte Lösungen werden so kaum gefunden.“

„Unzufriedenheiten wachsen“, sagte der Bischof am Silvesterabend. „Polarisierungen und Nicht-mehr-miteinander-reden-Wollen nehmen zu.“ Konkret benannte er etwa die Debatten um die Brandmauer der etablierten Parteien zur AfD, um die „Stadtbild“-Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und um das „Rentenpaket“, das vor wenigen Wochen im Bundestag auf den Weg gebracht wurde.

„Woher könnte denn die Kraft kommen, die daran etwas zum Guten verändert?“, fragte Dieser sodann, bevor er „unseren Blick auf den Impuls“ lenkte, „der vom Glauben an Gott ausgeht, an den Gott, der uns Menschen gerade auch in unseren selbst gemachten chaotischen Verhältnissen und Sackgassen treu bleibt. Darin liegt eine der ganz wesentlichen Erfahrungen, die uns in der Heiligen Schrift überliefert sind. Gott kommt in die Vorhand. Und wer dann mit ihm zusammen agiert, ändert den Lauf der Dinge.“

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Dieser verwies auf die biblische Geschichte von Jakob, der mit Gott ringt. Glauben wie Jakob bedeute letztlich, dass alles, „was durchs Dorf getrieben wird, alles, was mich fordert, schüttelt, irritiert, anzieht, gefangen halt, anruft und einfordert, egal, was es auch sei“, in den „Zwischenraum zwischen Gott und mir oder anders in den Innenraum meiner Seele“ gehört, „in den Innenraum unseres gemeinsamen Glaubens in der Kirche“.

Das geistliche Leben bestehe darin, „Gott im Innenraum der Seele so ernst zu nehmen wie die Dinge
des Lebens, die von mir verlangen ernst genommen zu werden“.

Nichtsdestotrotz bleibe das Ringen mit Gott „immer ein ungleicher Kampf. Gott ist größer. Keiner darf ihn für eigene Zwecke vereinnahmen oder gar missbrauchen. Nur Gott selbst kann sich uns offenbaren. Wie hier bei Jakob in seinem Kampf und Segen. Und in nicht mehr überbietbarer Form in Jesus von Nazaret, in dem Gott sich in seinem eigenen Wesen ganz zum Ausdruck bringt als ein Mensch.“