Redaktion - Mittwoch, 7. Januar 2026, 14:15 Uhr.
Patrick Gruhn, der Eigentümer und Geschäftsführer von K-TV, ist überzeugt, es wäre „ein Fehler, wenn die katholische Kirche eine solche Basistechnologie“ wie die Künstliche Intelligenz (KI) „wieder nur den weltlichen und wenig christlichen Kräften überlässt“. KI könne, „richtig genutzt, der Kirche viel Nutzen bringen“, so der Unternehmer.
Gruhn investiert seit Jahren in katholische Unternehmen, darunter die britische Publikation „The Catholic Herald“. Seit Dezember betreibt K-TV das Portal katholisch.ai, ein KI-Werkzeug, das auf der Grundlage katholischer Dokumente basiert.
Mit KI ließen sich etwa „lehramtliche Dokumente, die wir bereits kennen, viel schneller und zielsicherer durchforsten als auf jede andere Weise“, erläuterte Gruhn gegenüber der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“. „Auch von ganz normalen Gläubigen, die Anfragen an den Glauben haben. Die Menschen heute suchen mehr denn je nach Antworten. Viele Priester haben heute wenig Zeit. Und manche Menschen sind auch so weit vom Glauben weg, dass sie sich ohnehin nicht zunächst an einen Priester wenden würden.“
„Wir wollen die Seelsorger natürlich nicht ersetzen“, stellte er klar, „sondern lediglich den Menschen die Scheu davor nehmen, sich mit dem Glauben zu befassen und ein erstes Verstehen ermöglichen. Denn ich bin überzeugt: Der größte Feind des Glaubens ist die Unwissenheit.“
Auf den Einwand, dass KI-Werkzeuge immer wieder Falschinformationen ausgeben, erwiderte Gruhn: „KI-Programme halluzinieren vor allem dann, wenn sie eine sehr große Datenbasis nutzen. Da diese Sprachmodelle keine Möglichkeiten besitzen, richtig von falsch zu unterscheiden, führen Inhalte, wie etwa die von Reddit, die stark durch Sarkasmus geprägt sind, regelmäßig zu falschen Antworten, weil die KI Sarkasmus oder einen bloßen Witz gar nicht verstehen und daher auch nicht als solche erkennen kann.“
Hingegen könnten die Nutzer bei katholisch.ai „wählen, welche Wissensbasis sie verwenden wollen. Sie können zum Beispiel festlegen, dass die KI nur lehramtliche Dokumente als Wissensbasis nutzen soll. Das tun die anderen nicht. Die nutzen das breite Internet. Da können dann auch Informationen von jemandem dabei sein, der sich als katholisch bezeichnet, es aber gar nicht ist.“
Wie bei allen anderen Versionen von KI, so zeigt sich auch bei katholisch.ai, dass die menschliche Verifizierung von Informationen unerlässlich ist, um zu vermeiden, einer verkürzten Darstellung zum Opfer zu fallen.




