Abt von Maria Laach: Klöster gewinnen als „Rückzugsorte“ an Bedeutung

Abtei Maria Laach
Balou46 / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Der neue Abt des Benediktinerklosters Maria Laach in der Eifel, Mauritius Wilde OSB, ist überzeugt, dass „Klöster und geistliche Zentren an Bedeutung“ gewinnen. Zwar seien sie schon immer wichtig gewesen, aber „gerade weil die Diözesankirchen auch in einem starken Umbruch sind, tut es vielen Menschen gut, hier und da mal in Klöster zu kommen“.

Im Gespräch mit dem Kölner Domradio sagte Abt Mauritius am Donnerstag, Klöster hätten auch „gesellschaftlich eine wichtige Aufgabe. Es ist wichtig, dass es Rückzugsorte gibt, in denen man sich aufs Wesentliche besinnen kann. Da sehe ich eine große Chance für die Klöster heutzutage.“

Er habe beobachtet, „dass es eine kleine Welle von jüngeren Männern und Frauen der Generation Z gibt, die sich neu für Religion und Kirche interessieren. Das ist fast verwunderlich, weil die oft gar nicht aus einer religiösen Sozialisation heraus kommen.“

„Ich spüre bei den Jüngeren, dass sie das Gefühl haben, dass ihnen bestimmte Dinge aus der Tradition vorenthalten worden sind“, fügte der Abt erklärend hinzu. „Die würden sie gern wiederbeleben oder zumindest wissen, was da war.“

„Ich habe so das Bild von einem Mäander vor mir“, so Abt Mauritius. „Der Fluss bewegt sich vorwärts und dann dreht er sich wieder ein bisschen zurück. Ich glaube, wir holen gerade wieder Schwung für die Zukunft, dabei drehen wir uns etwas zurück, sozusagen in die Tradition hinein, damit wir die volle Kraft der Tradition in die Zukunft geben können.“

Er finde „das alles sehr gesund und sehr gut. Man muss nur im Miteinander bleiben. Mit den verschiedenen Ausrichtungen innerhalb der Kirche dürfen wir uns nicht gegenseitig isolieren. Das geht nur gemeinsam. Das wäre der einzige Punkt, vor dem ich Angst hätte, wenn das auseinanderbricht.“

Nach elf Jahren, in denen in Maria Laach kein neuer Abt gewählt wurde, bestimmte der Vatikan schließlich im Herbst 2025, dass Pater Mauritius aus der Abtei Münsterschwarzach den Posten übernehmen solle. Die Abtsbenediktion erfolgte am 15. November.

Das Kloster Maria Laach geht zurück auf das Ende des 11. Jahrhunderts, es wurde aber im Jahr 1802 durch die Säkularisation aufgehoben. Erst 1892 erfolgte die Wiederbesiedlung. Maria Laach war berühmt für seine Rolle in der Liturgischen Bewegung in den Jahrzehnten vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Der spätere Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) lebte zu Beginn des nationalsozialistischen Regimes rund ein Jahr im Kloster.

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