25 Jahre nach dem Völkermord in Ruanda: 'Mission ist Bekehrung zu Christus'

Die Kathedrale der Heiligen Familie in Kigali (Ruanda)
Foto: Varech / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
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Missionare müssen gelebtes Christentum in ein Land bringen, nicht Geld: Das hat zum 25. Jahrestag des Völkermords in Ruanda der katholische Priester Donald Zagore gesagt.

"Wenn das Evangelium nicht die Tiefe des Herzens erreicht, hat es den Menschen nicht aus dem Inneren verwandelt sondern bleibt nur an der Oberfläche und wird immer in materieller Hinsicht ausgelegt mit Blick auf Wohlstand oder mögliche Wunder. Dann kann ein Land auch zu fast 90% christlich sein, wie im Falle Ruandas, mit bis zum Bersten vollen Kirchen, in dem gleichzeitig aber auch rücksichtslose Männer und Frauen leben, die bereit sind, sich mit Macheten zu töten", so Pater Donald Zagore laut dem Pressedienst "Fides".

Bei dem Genozid, der vom 6. April bis Mitte Juli 1994 dauerte, ermordeten Angehörige der Hutu-Mehrheit etwa zwei Drittel aller Tutsi im Land. Die Zahl der Opfer wird auf etwa 800.000 bis 1 Million Menschen geschätzt.

Ebenfalls Opfer des Völkermords waren die als "Pygmäen" bekannten Batwa. Etwa ein Drittel wurde Schätzungen zufolge ermordet, ein weiteres Drittel floh ins Ausland.

"Es wird zu oft angenommen, dass eine Kirche mit Geld gebaut werden kann, anstatt sie auf dem Heiligen Geist zu aufzubauen. Der Glaube ist sicherlich eine Gnade Gottes, aber es ist eine Gnade die nur durch wahre Bekehrung erworben wird".

"Es muss mit Demut zugegeben werden", betonte Pater Zagore, "dass der Völkermord in Ruanda auch Ausdruck des Versagens der Evangelisierung in Afrika ist. Das ist die traurige Realität eines zutiefst spirituellen und religiösen Kontinents, der aber manchmal in der konkreten Realität des Alltags weit entfernt ist von Jesus Christus."

"Bekehrung bedeutet Begegnung mit Jesus Christus. Es ist nicht das Geld des Missionars, nicht das Evangelium des Wohlstands, das Afrika retten wird, sondern nur Jesus Christus. Die enorme Herausforderung der heutigen Missionstätigkeit in Afrika muss darauf abzielen, unsere christlichen Gemeinschaften zu einer echten Begegnung mit Jesus Christus zu führen."

Der Priester betonte: "Wir Missionare in Afrika haben hart gearbeitet und arbeiten weiter daran, Gebäude und Einrichtungen für liturgische Feiern zu bauen, aber die Priorität muss eigentlich das Entstehen wirklich christlicher Gemeinden sein".

Es sei traurig, wenn man feststellen müsse, dass Missionare oft anstatt mit dem Heiligen Geist mit Geld nach Afrika kämen, so Pater Zagore laut "Fides" weiter.

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