Abgang des Chefs der Finanz-Aufsichtsbehörde im Vatikan

Réne Brüelhart.
Foto: Daniel Ibáñez / CNA Deutsch
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Der Vatikan hat am Montag mitgeteilt, dass René Brüelhart, Chef der Finanzaufsichtsbehörde des Vatikans ("AIF"), eine "fünfjährige Amtszeit" beendet habe. Papst Franziskus habe einen Nachfolger auserkoren.

Brüelhart – ein Schweizer Jurist – sagte gegenüber der Agentur "Reuters" am heutigen 18. November, dass er von seinem Posten abgetreten sei. Dieser habe keine offizielle Amtsdauer.

Nach Angaben der Pressestelle des Heiligen Stuhls am heutigen Montag soll der Nachfolger "von hohem fachlichen Profil und anerkannter Kompetenz auf internationaler Ebene" sein – aber erst nach Abschluss der Reise von Papst Franziskus nach Thailand und Japan bekanntgegeben werden.

(Der Papst reist vom 20. bis 26. November nach Fernost.)

Zur Begründung für dieses Vorgehen sagte Pressesprecher Matteo Bruni in einer weiteren Erklärung, dies sei "notwendig für die Einhaltung früherer offizieller Verpflichtungen der betroffenen Person und die Lösung einiger interner Verfahren des Heiligen Stuhls".

Die Finanzaufsichtsbehörde AIF wurde im Jahr 2010 von Papst Benedikt XVI. gegründet, um Finanztransaktionen zu überwachen, Geldwäsche sowie Steuerhinterziehung und weitere Korruption zu verhindern. Die AIF sollte zudem sicherstellen, dass sich der Vatikan in seinen Bankgeschäften an die internationalen Finanzstandards hält.

In einem Interview mit der Zeitung "Die Welt" im Jahr 2013 sagte Brülhart noch, dass "das Kontrollsystem zu funktionieren beginnt". Ähnlich äußerte er sich am 21. Mai 2018 gegenüber Journalisten im Vatikan, in dem er auf Fortschritte im Kampf gegen Geldwäsche und Betrug verwies.

Die AIF arbeitet mit anderen Institutionen im Vatikan zusammen – etwa dem Wirtschaftsekretariat und dem Wirtschaftsrat, zwei von Papst Franziskus eingeführten Behörden.

Das mächtige Staatssekretariat des Vatikans steht derzeit im Mittelpunkt eines Finanzskandals, an dem eine vatikanische Bank und die in den USA ansässige Papal Foundation verwickelt sind. Dabei soll es um Millionen von Euro aus falsch zugewiesenen staatlichen Zuschüssen gehen.

Hannah Brockhaus trug zur Berichterstattung bei.

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