Aktion "Red Wednesday 2021" endet mit "Abend der Zeugen" in Düsseldorf

Steck-Kreuz, Kettenglied und improvisierter Rosenkranz – Andenken aus der Geiselhaft.
Foto: Kirche in Not

Mit einem „Abend der Zeugen“ in der Basilika St. Suitbertus in Düsseldorf-Kaiserswerth ist am Freitag die diesjährige „Red Wednesday“-Aktion des päpstlichen Hilfswerks „Kirche in Not“ zu Ende gegangen. Rund 120 Kirchen und öffentliche Gebäude in ganz Deutschland waren rund um den 24. November als Zeichen der Solidarität mit verfolgten und diskriminierten Christen rot angestrahlt worden, darunter die Kathedralen in Paderborn und Passau. Über 80 katholische Pfarreien hatten sich am „Red Wednesday“ beteiligt und öffentliche Gottesdienste, Gebete sowie Andachten abgehalten.

Auf dem abschließenden „Abend der Zeugen“ in Düsseldorf war der italienische Afrikamissionar Pater Pier Luigi Maccalli zu Gast, der zwei Jahre lang von Islamisten in der Sahara als Geisel festgehalten worden war. „Das schlimmste war, keinen Kontakt zur Außenwelt haben zu können“, erzählte Pater Maccalli. Er habe jedoch auch „drei Geschenke“ aus der Geiselhaft mitgenommen: „Als Missionar in Gemeinschaft mit Gefangenen zu sein, ihr Schicksal zu teilen, das hat mich geprägt.“ Das zweite Geschenk sei, dass er sich nun der Bedeutung von Kommunikation und Gemeinschaft mit Freunden und Familie ganz bewusst sei. „Das größte Geschenk der Wüste aber ist die Stille – die innerliche Zeit des Gebets.“ Maccalli vermutet, dass er im Austausch gegen gefangene Islamisten freigekommen sei. Einige seiner Mitgeiseln befänden sich weiterhin in der Gewalt der Entführer, so auch seit nunmehr drei Jahren der Deutsche Jörg Lange.

Ein weiterer Zeuge war der koptisch-orthodoxe Erzpriester Boulos Shehata. Der in Düsseldorf ansässige Geistliche gab einen historischen Überblick über die jahrhundertealte Diskriminierung und Verfolgung der koptischen Kirche in Ägypten durch die islamische Mehrheitsgesellschaft. Insbesondere betonte er, dass Entführungen und Zwangskonvertierungen christlicher Frauen in den vergangenen Jahren sehr zugenommen haben. „Kirche in Not“ Deutschland wird zu diesem Thema im Januar 2022 einen Bericht mit mehreren Fallstudien herausgeben.

Florian Ripka, Geschäftsführer von „Kirche in Not“ Deutschland, zeigte sich beim anschließenden Podiumsgespräch sehr beeindruckt von dem Gehörten. „Damit der Glaube glaubhaft wird, braucht es das Zeugnis der verfolgten Kirche!“, betonte er.

sgsgd

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