Papst Franziskus betet per Videolink für Opfer des Corona-Virus

Papst Franziskus bei der Generalaudienz am 11. November 2015
Foto: CNA/Daniel Ibanez

Aus Angst vor der Corona-Epidemie ist Papst Franziskus nicht persönlich erschienen: Der "Engel des Herrn" wurde heute von Franziskus per Videolink aus der Bibliothek des Apostolischen Palastes übertragen. Er sei in einem "Käfig", scherzte der Pontifex eingangs – und warf erst zum Ende seines Auftritts einen kurzen Blick aus dem Fenster hoch über dem Petersplatz.

Franziskus betete den "Engel des Herrn" und für die Opfer von COVID-19. 

"Ich bin im Gebet den Menschen nahe, die unter der gegenwärtigen Coronavirus-Epidemie leiden, und all denen, die sich um sie kümmern", so der Papst wörtlich in der Video-Übertragung.

Die Pressestelle erklärte, die Entscheidung sei "notwendig, um das Risiko der Verbreitung von COVID-19 zu vermeiden, das durch die Ansammlung von Personen während der Sicherheitskontrollen für den Zugang zum Platz entsteht, wie von den italienischen Behörden gefordert".

Es ist das erste Mal seit 1981, dass ein Papst nicht persönlich zu sehen war, meldete "Vatican News". Damals meldete sich Papst St. Johannes Paul II. mit einer Radiobotschaft, während er sich im Krankenhaus von dem auf ihn verübten Anschlag erhohlte.

"Ich schließe mich meinen Mitbischöfen an und ermutige die Gläubigen, diese schwierige Zeit mit der Kraft des Glaubens, der sicheren Hoffnung und der eifrigen Nächstenliebe zu leben. Möge uns die Fastenzeit helfen, auch diesem Moment der Prüfung und des Schmerzes einen Sinn zu geben, der dem Evangelium entspricht!"

Auch bei der Generalaudienz am kommenden Mittwoch ist Franziskus, der heute auch für die Opfer des Kriegs in Syrien betete, nur per Live-Übertragung auf einem Bildschirm zu sehen. Die heilige Messe feiert Franziskus vorerst "privat", teilte der Vatikan mit. Zur Begründung hieß es, man reagiere damit auf die weitere Ausbreitung des Corona-Virus in Italien.  

In Rom sind sämtliche Museen und Touristenattraktionen geschlossen. In weiten Teilen Italiens, von Südtirol bis Apulien, wurden Sperrzonen errichtet. Schulen sind im ganzen Land bis zum 15. März geschlossen.

Coronavirus im Vatikan

Am Donnerstag wurde der erste Fall einer Infektion mit dem Coronavirus im Vatikan bestätigt. Seitdem sind die ambulanten Klinik und weitere medizinische Räumlichkeiten geschlossen, um diese zu desinfizieren und weitere Ansteckungen zu verhindern, wie CNA Deutsch berichtete.

Man arbeite eng mit den italienischen Behörden zusammen, teilte der Vatikan mit.

Mit 148 coronavirenbedingten Todesfällen in weniger als zwei Wochen - 96 davon in drei Tagen - hat Italien die meisten Covid-19-Todesfälle außerhalb Chinas zu verzeichnen.

Die meisten der 3.858 Personen, die sich in Italien mit dem Covid-19-Virus infiziert haben, waren in den nördlichen Regionen des Landes. Das italienische Gesundheitsministerium meldete am Abend des 5. März 44 bestätigte Fälle in der Region Latium in Rom.

Die italienische Regierung hat bis 15. März alle Schulen und Universitäten des Landes geschlossen. 

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