Angriff auf Priesterseminar in Nigeria: Drei Seminaristen aus Kapelle entführt

Nigerianische Flagge
Foto: railway fx/Shutterstock

Drei Seminaristen aus dem von Konflikten erschütterten Mittleren Gürtel Nigerias wurden gestern Abend (Montag) aus der Kapelle ihrer Hochschule entführt. Sechs weitere wurden verletzt.

Die entführten Seminaristen sind alle Theologiestudenten im vierten Jahr und gehören der Kongregation der Apostel der Göttlichen Nächstenliebe und der Kleinen Söhne der Eucharistie an. Zum Zeitpunkt des Angriffs, kurz nach 19.20 Uhr Ortszeit befanden sich neben dem Rektor und dem Personal mehr als 130 Seminaristen an der Einrichtung, dem Fayat, Kaduna State, schnell zur Stelle und brachten die verletzten Studenten in ein Krankenhaus. Sie sind inzwischen wieder entlassen worden. Die sechs verletzten Seminaristen wurden im Salem-Krankenhaus in Kafanchan behandelt und dann wieder entlassen. 

Pater Emmanuel Okolo, Kanzler der Diözese Kafanchan, die das Priesterseminar betreibt, sagte: "Wir bitten Sie um Ihre Verbundenheit mit uns und beten für die schnelle und sichere Freilassung unserer entführten Brüder."

Man werde "alle legitimen Mittel einsetzen, um ihre rasche und sichere Freilassung zu gewährleisten", so der Kanzler laut einem Bericht der afrikanischen Partneragentur von CNA Deutsch.

Thomas Heine-Geldern, geschäftsführender Präsident von Kirche in Not International, sagte: "Die Entführung unschuldiger junger Seminaristen - wieder einmal - in Nigeria ist eine abscheuliche Tat. Wir appellieren an das Gewissen der Entführer und fordern sie auf, diese jungen Menschen freizulassen. Wir bitten alle Menschen guten Willens, mit uns zu beten, dass die drei Seminaristen bald unversehrt freigelassen werden. Gleichzeitig appellieren wir an die internationale Gemeinschaft, nicht wegzuschauen von den Gräueltaten, die sich täglich ereignen, und dem anhaltenden Leid der Christen durch Boko Haram, Fulani-Angriffe und Gewalttaten von Banditen im ganzen Land."

Entführungen von Geistlichen kommen in einigen Teilen Nigerias immer häufiger vor. Heine-Geldern beschrieb die Sicherheitslage in Nigeria als "katastrophal" und forderte die Regierung auf, die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten, da das Land "Gefahr laufe, ein gescheiterter Staat zu werden".

Am 8. Januar 2020 wurden vier Seminaristen aus dem Seminar "Good Shepherd Major" in Kaduna entführt. Drei von ihnen wurden freigelassen, der vierte und jüngste, Michael Nnadi, im Alter von 18 Jahren, wurde jedoch getötet.

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