Bestandsaufnahme einer Gesellschaft ohne christliche Identität

St Dunstan-in-the-East: Ehemalige Kirche zwischen St Dunstan’s Hill und Idol Lane in der City of London.
Foto: Eduard Militaru / Unsplash (CC0)

Burkhardt Gorissen legt ein Buch vor, das er in "der Freiheit des Glaubens" geschrieben hat. Er stellt, wie viele andere Menschen dieser Epoche, fest, dass wir inzwischen in einer "Gesellschaft ohne christliche Identität" leben. Es fehle ihr an Orientierung. 

In fünf Kapiteln denkt der Autor über den Zustand in der Welt nach, über ungesteuerte Migration , über die Corona-Krise und vieles mehr. Zwar schrieb er sein Buch in den ersten Wochen von "Corona", doch heute erst wird er vielleicht selbst erkennen, wie prophetisch er gelegentlich geschrieben hat. Zum Beispiel als er notierte, dass sich für so manchen die Lebenswirklichkeit "auf ein Management der Angst" beschränke. "Die innere Mitte ist verloren", nicht nur in der öffentlich gestalteten, säkularen Gesellschaft, auch bei viel zu vielen Menschen.

Befinden wir uns aber, wie Gorissen meint, in einer Zeit der "geistigen Läuterung"? Er notiert, der Mensch habe "seine kindlichen Abhängigkeitswünsche nicht verloren, sondern sie lediglich in Wissenschaftsgläubigkeit umgemünzt". Doch glauben die Menschen wirklich der Wissenschaft mehr als jenen, die in Politik und Medien um Deutungshoheit ringen? Gorissen nennt dies später "eine unheilvolle Allianz".

Das für kritische Geister sehr lesenswerte Buch führt auf 150 Seiten in eine weite Landschaft gesellschaftlicher Existenzen. Den Lesern wird eine Art Überflug angeboten, der sie in ihre eigene Erlebniswelt, ihre eigenen Lebenserfahrungen tiefer blicken lassen könnte. Nach einer Weile befindet man sich inmitten von mehr oder weniger bekannten Situationen, über die man bereits schon einmal nachgedacht hat, oder zumindest immer schon einmal nachdenken wollte. 

Insbesondere Christen – auch solchen, die nur noch aus der Vergangenheit wissen, dass sie einmal getauft wurden – gehören zu den Adressaten des Autors. Ihnen, aber auch allen, die glauben, sie hätten die Wahrheit gepachtet, ruft er zu: "Metanoia", "kehrt um und glaubt an das Evangelium". Denn das ist das beste Mittel gegen Angst und Ängstlichkeiten: Für Burkhardt Gorissen ist es höchste Zeit, umzukehren, "bevor die Seele im angstgejagten Alltag erstickt".

 

Burkhardt Gorissen, "Gesellschaft ohne christliche Identität: Die Orientierung fehlt", ist im Verlag Media Maria erschienen und hat 176 Seiten.

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