Bischof Ipolt über Grenzpatrouillen: "Beschämend für die Stadt Görlitz"

Bischof Wolfgang Ipolt
Foto: Pofex / Wikimeda (CC BY-SA 3.0de)

Mit deutlichen Worten hat der Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt Gruppen kritisiert, die Medienberichten zufolge seit einigen Tagen an der deutsch-polnischen Grenze eigenmächtig Patroullien durchführen und illegale Migranten aufgreifen.

In der von der Schönstatt-Bewegung herausgegebenen Zeitschrift "Basis" schreibt der Hirte in einem Beitrag, dass es für die Stadt Görlitz "beschämend" sei, "dass in den letzten Wochen rechtsradikale Gruppen in der Nacht im Grenzbereich unterwegs sind und auf eigene Faust die Polizei unterstützen wollen, indem sie Flüchtlinge aufgreifen und der Polizei manchmal unter Gewaltanwendung übergeben".

Nach Polizeiangaben stammen diese Gruppen aus dem rechtsextremen Spektrum.

Bischof Ipolt: "Nur Jesus kann ein verhärtetes Herz erweichen"

Die Gründe für die Flucht seien "ganz verschiedener Natur", schreibt Ipolt weiter. Immer aber sei "eine Not im Spiel, die so groß sein muss, dass sie alles verlassen".

Erschüttert zeigte sich der Bischof von den in sozialen Netzwerken geposteten Beiträgen, die unter anderem einen maskierten Mann zeigten, der in einem Video sagte: "Wir sind an der Grenze und gucken, dass keine Leute illegal ins Land kommen." Bischof Ipolt schreibt wörtlich:

"Ich bin erschrocken über solche nächtlichen Beschäftigungen von jungen Menschen. Was geht in ihnen vor, dass sie sich damit brüsten, ohne einen Auftrag unschuldige Menschen aufzuhalten und anzuzeigen und sich dessen zu rühmen? Es muss ihnen an jeglicher Empathie für diese Flüchtlinge mangeln. Menschenwürdiger wäre es, diesen auf der Flucht befindlichen Menschen in den jetzt kälter werdenden Nächten zum Beispiel eine warme Mahlzeit anzubieten. Aber so weit scheint der Verstand dieser rechtsextremen Gruppen nicht zu reichen."

Ipolt schreibt, er wünsche den "selbst ernannten Aufpassern", dass ihnen "irgendwann einmal" Jesus gegenübertrete mit den Worten: "Ich war durstig und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; ich war fremd und ihr habt mich nicht aufgenommen." (Mt 25, 42f.)" Nur er allein könne "ein verhärtetes Herz erweichen", so der Bischof.

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