Bistum Würzburg: Pfarreien sollen in 40 "Pastorale Räume" zusammengeschlossen werden

Blick auf den Dom "St. Kilian" in Würzburg bei Nacht.
Foto: Ferdinand Gehrig
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Das Bistum Würzburg soll in Zukunft in 40 "Pastorale Räume" aufgeteilt werden. Außerdem soll die Anzahl der Dekanate halbiert werden: Bisher ist das Bistum in 20 Dekanate aufgeteilt, in Zukunft sollen es nur noch neun sein.

Die endgültige Entscheidung fällt Ende Januar, so das Bistum. Bischof Franz Jung habe bei der Herbstvollversammlung des Diözesanrats der Katholiken darüber erstmals informiert.

Der Umbau wird von der Diözese als Prozess unter dem Motto: "Gemeinsam Kirche sein – Pastoral der Zukunft" bezeichnet. 

Endberichte gebe es noch nicht, ließ der Würzburger Generalvikar Thomas Keßler verlauten. Bis Ende Januar 2020 seien die Dekane und die Dekanatsratsvorsitzenden im Bistum damit beschäftigt, über die Gliederung der neuen "Pastoralen Räume" in ihren Gremien abzustimmen.

"Es geht darum, einen vergleichbaren Befund in einem transparenten Prozess zu gewährleisten", wird Keßler auf der Homepage des Mainfranken-Bistums zitiert. Aus dem abschließenden Votum der Dekanatsräte und der jeweiligen Seelsorgekonferenzen erwächst für den Bischof jedoch keine Verpflichtung, räumt der Generalvikar ein:

"Im engen Sinn ist das dann kein rechtlich bindender Beschluss, aber der Bischof wird ein solches Votum natürlich beachten."

Monika Albert, zuständig für die Gemeindeentwicklung im Bistum Würzburg, sagte, diese "Pastoral der Zukunft" sei nicht ein "Projekt", sondern ein "Programm", in dem auch Leitungsfragen neu gestellt werden:

"Wir haben den Auftrag bekommen, die Programmstruktur neu aufzusetzen. Es muss geklärt sein: Wer macht was in welcher Funktion Rolle und mit welcher Kompetenz? Also: Wer entscheidet bis wann was und wo?"

Der Generalvikar ergänzt: "Das Rad muss nicht neu erfunden werden. Zur Frage, wo und wie welche Leitung notwendig ist, sind gute Vorüberlegungen getroffen."

Wie diese aussehen ist noch unklar; dest beschlossen ist noch nichts. Die zuständigen Gremien müssen für ihre Entscheidungen mindestens eine Zweidrittel-Mehrheit erreichen, ansonsten bestimmt Bischof Franz Jung den Zuschnitt.

Monika Albert sagt, sie wünsche sich "eine möglichst schlanke, dezentrale Struktur". Die Reduzierung von bisher insgesamt 20 Dekanaten auf neun ist für Generalvikar Keßler ein erster Schritt, und er fügt hinzu: Für ihn hätte bei der Reduzierung der Dekanate eine Orienterierung an die bestehende Landkreisgrenzen "einen gewissen Charme". 

Auch noch völlig unklar und "eine längerfristige Herausforderung": Wie künftig Haupt- und Ehrenamtliche zusammenarbeiten.

Laut Bischof Jung sollen die 40 "Pastorale Räume" aber nicht den Riesenpfarreien entsprechen, die andere deutsche Bistümer planen: "XXXL-Pfarreien wie in Trier und Hamburg" lehne er ab.

Wie auch immer die "Pastoralen Räume" aussehen und wer dort welche Funktion übernimmt: Der Prozess "Gemeinsam Kirche sein – Pastoral der Zukunft" soll bis Oktober 2020 abgeschlossen sein.

Neben dieser Herausforderung steht das Bistum noch vor einer anderen: Viele Orden schliessen wegen Nachwuchsmangels ihre Klöster. Doch die Diözese Würzburg können wegen einer "sehr angespannten finanziellen Lage"  nicht alle "geistlichen Zentren und Werke" übernehmen oder weiterführen.

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