Burma: Frischgeweihte Priester als Missionare im eigenen Land

Landschaft in Burma
Foto: Pixabay / Schmid-Reportagen
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Die katholische Kirche in Myanmar feiert den von Papst Franziskus für den Oktober 2019 ausgerufenen außerordentlichen Monat der Weltmission mit einem besonderen Ereignis: Dem Einsatz frisch geweihter Priester im eigenen Land.

Das berichtet der Pressedienst der Päpstlichen Missionswerke.

Es handelt sich um sechs Diözesanpriester und drei Jesuiten, die Ende September in der Marien-Kathedrale in Yangon, der Hauptstadt von Myanmar, zu Priestern geweiht wurden. Seitdem sind sie als "Missionare" in ihrer Heimatnation tätig, in Gebieten, in denen es Konflikte gibt oder in denen Armut und Not herrschen.

Pater Cyril Phocho feierte seine Primiz in seiner Heimatgemeinde St. Teresa in Ahlone, einem Vorort am Stadtrand von Yangon. Pater Joseph Zau Gun feierte seine erste Messe in Kachin-Sprache in seinem Heimatdorf Kawahka in der Nähe von Myitkyina, der Hauptstadt des Bundesstaates Kachin, wo bewaffnete Zusammenstöße zwischen den Rebellen-Gruppen und der regulären Armee weiterhin zu Vertreibung führen und großes Leid unter der Zivilbevölkerung verursachen. Die Familie von Pater Joseph stammt aus Mali Nmai Walawng, einer Stadt im nördlichen Bundesstaat Kachin, die aufgrund des anhaltenden Konflikts nach Myitkyina in die Gemeinde Sitarpu umsiedelte. Pater Pio feierte seine Primiz ebenfalls in seinem Heimatdorf Than Le Gyi unweit der Stadt Pyay.

"Das auffälligste Merkmal dieser Weihe und anschließenden Primizfeiern ist die Freude der Familien in den Dörfern der Neugeweihten: ganze Dorfgemeinschaft, Menschen unterschiedlicher Religionen, zeigten Begeisterung", so Pater Mark Raper, der Obere der Jesuitenmission in Myanmar. "Jede Ortskirche bereitet bei der Begrüßung der Neupriester ein Fest mit Gebeten, Musik und Tänzen vor. Priester, Ordensleute und Laien der Diözese nahmen in großer Zahl daran teil".

Diese Feierlichkeiten seien ein Weg den katholischen Glauben, die Kirche, das Evangelium bekannt zu machen.

"Die Primiz und das Festes für Joseph Zau Gun aus Kachin, und die Teilnahme seine Mitbrüder Pio und Cirillo an der Messe in Kachin-Sprache war für mich ein Traum", sagte der sich im Ruhestand befindliche emeritierte Erzbischof Paul Grawng, der bei der Primiz von Pater Joseph Zau Gun anwesend war.

"Priesterweihe und vor allem das Ereignis der Primiz sind kulturelle Ereignisse, Feierlichkeiten des Glaubenslebens der Menschen, die sich in aller Einfachheit in einem reichen und bewegenden Ritual ausdrücken, die auch im Rahmen des außerordentlichen Monats der Weltmission in Myanmar stattfinden", bekräftigt Pater Raper.

"Wir Priester fragen uns, ob wir jemals genug Glauben und Gnade haben werden, um diese mit dem Gottes Volk zu teilen und auf die Menschen zu zuzugehen, wie es Jesus es tun würde. Aber die Menschen helfen uns mit ihrem Glauben, ihrem Gebet, ihrer Unterstützung", so Pater Phocho laut "Fides".

"Die einfachen Gläubigen teilen ihren Glauben, ihre Hoffnung und ihre Liebe. Die Güte der Menschen, die an diesen Feierlichkeiten teilnehmen, zeigt mir, dass unsere Priester in ihren Gemeinden die Fürsorge und den Trost finden, die sie stärken werden, um diejenigen zu erreichen, die sich allein fühlen oder an den Rand gedrängt werden", betont er abschließend.

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