Chinesische Behörden hindern Gläubige, an Beerdigung ihres geliebten Bischofs teilzunehmen

20150909China
Foto: (CC Public Domain) Daderot

Chinesische Behörden haben, laut Angaben von Asia News, hunderte Gläubige daran gehindert, an der Beerdigung von Bischof Stephen Yang Xiangtai, dem emeritierten Bischof des Bistums Handan (auch Bistum Daming genannt), teilzunehmen, der am 13. Oktober im Alter von 99 Jahren verstorben war.

Die Regierung von Hebei beschränkte die Teilnahme auf 800 Personen, offiziell als präventive Maßnahmen gegen COVID-19. Die Bilder, die Asia News geteilt hatte, zeigen jedoch, dass die Beteiligung weitaus größer war.

Die Beerdigung fand letzte Woche in der Kirche Unserer Lieben Frau von Lourdes in Zaozhuang statt.

Asia News berichtete zudem, dass Bischof Yang "kein ´Untergrund-Bischof´ war, jedoch hatte er bei mehreren Gelegenheiten der ´patriotischen´ Linie der mit der Kommunistischen Partei Chinas verbundenen religiösen Autoritäten die Stirn geboten."

Das Nachrichtenportal erinnerte auch daran, dass der chinesische Bischof 2015 "die mutigen Proteste des Klerus von Wenzhou gegen den Abriss der Kreuze in der Provinz Zhejiang unterstützt hatte."
Ebenso berichtete es von einer Zensur, die dazu geführt hatte, dass Beiträge über den Krankenhausaufenthalt und den späteren Tod des emeritierten Bischofs von Handan in den sozialen Netzwerken gelöscht worden waren.

Der aktuelle Bischof von Handan, Monsignore Joseph Sun Jigen, betonte während der Beerdigung, dass Bischof Yang ein "freundlicher und liebenswürdiger Hirte war, der unseren Herzen nahe war." Er hat "mit seinem Herzen und seiner Seele ein neues Kapitel des Dienstes an seiner Herde geschrieben."

Asia News informierte, dass "der Verlust von Bischof Yang nicht nur für die Kirche in China schmerzlich sei, sondern auch für das Päpstliche Institut für die auswärtigen Missionen (PIME), weil er zusammen mit den Priestern des PIME von Kaifeng und von Weihui (jetzt Anyang) in Henan ausgebildet wurde und gearbeitet hat."

Bischof Yang wurde am 3. Januar 1923 in der Stadt Gaocun als Sohn einer katholischen Familie geboren. 1940 begann er das Studium der Philosophie und Theologie am Regionalseminar Kaifeng und erhielt am 27. August 1949 die Priesterweihe. Er wurde 1966, während der Kulturrevolution, festgenommen und 1970 zu 15 Jahren Haft verurteilt, dann aber 1980 freigelassen und rehabilitiert. Im Jahr 1996 wurde er zum Bischof geweiht und war zunächst Koadjutorbischof und ab 17. September 1999 Bischof der Diözese Handan. Er verstarb am 13. Oktober 2021.

Nach seinem Tod erklärte das Bistum Handan: "Bischof Yang hat große Treue zum Herrn bewiesen. Er war freundlich zu allen, einfach in seinem Leben und lebte eine beständige Hingabe an seine Herde, und das 72 Jahre lang. Nun, da er seine Reise beendet hat, laden wir den Klerus, die Ordensschwestern und alle Gläubigen ein, für den Frieden seiner Seele und für sein baldiges Eingehen in die ewige Ruhe zu beten."

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