Chinesischer Bischof feiert Gründungstag der Kommunistischen Partei in Kathedrale

Flagge der Volksrepublik China
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Der chinesische Bischof Paul Lei Shiyin hat am Mittwoch mit Priestern, Ordensschwestern und Laien in der Kathedrale von Leshan in der Provinz Sichuan den Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Partei gefeiert. Das berichtete AsiaNews, die vom Päpstlichen Institut für die auswärtigen Missionen betriebene Nachrichtenseite, am Samstag.

Die Gemeinde sei bei der Veranstaltung aufgefordert worden, "auf das Wort der Partei zu hören, die Gnade der Partei zu spüren und der Partei zu folgen".

Eine katholische Quelle sagte gegenüber AsiaNews, in China gehe es nicht mehr darum, "auf den Herrn zu hören, seine Gnade zu spüren und ihm zu folgen. Das ist die Wurzel des Übels, an dem die chinesische Kirche heute leidet: Es ist schwierig, sich dem Einfluss der Ideologie zu entziehen. Die Politik hat Einzug in die Kirche gehalten."

Bischof Paul Lei Shiyin war schon nach seiner Priesterweihe 1991 Mitglied der "Chinesischen Katholisch-Patriotischen Vereinigung", die vom Staat kontrolliert wird. Lei wurde 2011 auf staatliches Betreiben hin zum Bischof geweiht – ohne Erlaubnis des Heiligen Stuhls.

2018 hob Papst Franziskus die Exkommunikation des Bischofs auf.

Im selben Jahr schloss der Vatikan ein auf zwei Jahre beschränktes und bis heute nicht öffentlich gemachtes Abkommen mit China, welches die Ernennung von Bischöfen regelt. Das Abkommen wurde 2020 um weitere zwei Jahre verlängert und läuft im Oktober 2022 aus.

Das Abkommen wurde von manchen Beobachtern scharf kritisiert, besonders von Kardinal Joseph Zen Ze-kiun, dem inzwischen 90-jährigen ehemaligen Bischof von Hongkong. Trotz des Vereinbarung zwischen dem Vatikan und dem chinesischen Staat leiden die dort lebenden Katholiken weiterhin unter Verfolgung.

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