Christ in Pakistan wegen Blasphemie zum Tode verurteilt

Flagge Pakistans
Foto: Hamid Roshaan / Unsplash (CC0)

Ein Gericht in Lahore (Pakistan) hat einen 37-jährigen Christen, Vater von vier Kindern, zum Tod verurteilt. Darüber berichtete ACI Prensa, die spanischsprachige Schwesternagentur von CNA Deutsch.

Der Mann wird beschuldigt, im Jahr 2013 mit dem Mobiltelefon Nachrichten "mit blasphemischem Inhalt" versendet zu haben.

Die vatikanische Tageszeitung L’Osservatore Romano schrieb, dass es sich um Asif Pervaiz handle, Sein Anwalt Saif-ul-Malook hatte dem Nachrichtensender Al Jazeera die erfolgte Verurteilung mitgeteilt.

Der Anwalt berichtete, dass Saeed Ahmed Khokhar (in einigen Meldungen auch Muhammad Saeed Khokhar), ein "Vorgesetzter in der Strumpfwarenfabrik, in der Asif arbeitete", Pervaiz beschuldigt hatte.

Der nun zum Tode Verurteilte hatte alle Anschuldigungen zurückgewiesen. Saif-ul-Malook erklärte, es habe "keine Gerechtigkeit" gegeben.

"Vor Gericht wurde nicht wirklich bewiesen, dass Pervaiz das Verbrechen der Gotteslästerung begangen hat; es gibt keine Evidenz dafür" betonte der Anwalt.

Laut Angaben des Portals Religión en Libertad (Religion in Freiheit) lautet das Urteil drei Jahre Haft wegen "Missbrauchs" des Telefons (obwohl Pervaoz bereits seit sieben Jahren im Gefängnis ist), eine Geldstrafe in Höhe von 50.000 Rupien (etwa 254 Euro) und anschließend den Tod durch den Strang.

Laut Angaben der Verteidigung beschuldigte Saeed Ahmed Khokhar Pervaiz der Gotteslästerung, nachdem dieser sich geweigert hatte, zum Islam zu konvertieren.

Dem Kläger zufolge hatte ihm der Christ mehrere Tage lang beleidigende Nachrichten gegen den muslimische Glauben geschickt. Khokhar leugnete, Pervaiz gedrängt zu haben, zum Islam zu konvertieren.

Im Oktober 2013 tauchte Pervaiz unter, nachdem er bei der Polizei angeklagt worden war. Er wurde jedoch nach einer Woche und nach der Verhaftung mehrerer seiner Verwandter - darunter zwei Schwager und seine Mutter - gefunden.

International Christian Concern (ICC) berichtete, dass die Polizei die Mutter unter Druck gesetzt hatte: Wenn sie den Aufenthaltsort ihres Sohnes nicht preisgebe, würden sie ihn töten, wenn sie ihn fanden.

Die Mutter sah keinen Ausweg und Asif Pervaiz wurde am 10. Oktober 2013 festgenommen.

Das Blasphemiegesetz in Pakistan

Der von der Päpstlichen Stiftung Kirche in Not veröffentlichte Bericht zur Religionsfreiheit erklärt, dass die sogenannten Blasphemiegesetze, die 1986 ins pakistanische Strafgesetzbuch aufgenommen wurden (Artikel 295 B, 295 C, 298 A, 298 B, 298 C), die Religionsfreiheit und die Meinungsfreiheit massiv einschränken. Das Schänden des Koran, sowie das Beleidigen des Propheten stellen Straftaten dar, welche im Höchstfall jeweils mit lebenslänglicher Haft sowie dem Tod bestraft werden können.

Im Alltag werden diese Gesetze häufig als Mittel genutzt, um religiöse Minderheiten zu verfolgen. Auch andere Verletzungen der Menschenrechte sind in Pakistan häufig

Der wohl emblematischste Fall der Anwendung dieser Gesetze ist jener der Christin und fünffachen Mutter Asia Bibi, die ebenfalls wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt worden war und sich bis zu ihrem Freispruch im Jahre 2018 über neun Jahre lang in Haft befunden hatte. Derzeit lebt sie in politischem Asyl in Kanada. 

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