Der Himmel auf Erden – Vor 150 Jahren wurden die Regensburger Domtürme vollendet

Heute ist diese Kathedrale, besonders ihr in den Himmel ragendens Turmpaar, ein Wahrzeichen Regensburgs

Die Domtürme von Regensburg
Foto: Julia Wächter
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"Gigant des Mittelalters", "gebauter Glaube", "Meisterwerk der Gotik", "steinernes Herz der Diözese" und natürlich "Haus Gottes" – all diese Bezeichnungen findet Hagen Horoba, Leiter des Infozentrums "Domplatz 5", um die Bedeutung des Regensburger Doms auszudrücken.

250 Jahre lang haben Menschen "mit aller Begeisterung" an der Kathedrale gebaut, erzählt Dr. Maria Baumann, Leiterin des Diözesanmuseums; viele von ihnen im Bewusstsein, die Fertigstellung selbst nicht miterleben zu können.

Heute ist die Kathedrale, besonders ihre in den Himmel ragenden Türme, das Wahrzeichen Regensburgs. Das war aber nicht immer so. Nach der ersten Bauphase des Domes wurde 1525 der Dombau eingestellt, auch weil die Gotik dem Zeitgeschmack nicht mehr entsprach. Der Dom blieb unvollendet. Über mehrere Jahrhunderte hatten pyramidenartige Dachabschlüsse die Türme gekennzeichnet, sogenannte Notdächer. Erst 1859, mit der Wiederentdeckung der Gotik und durch die treibende Kraft Ludwigs I. und des damaligen Regensburger Bischofs Ignatius von Senestrey, war die Fertigstellung angegangen worden. Sie hatte zehn Jahre, bis 1869, gedauert. Zur Fertigstellung wurde ein Fest rund um den Dom gefeiert. Überall in der Stadt läuteten die Glocken. In allen Gottesdiensten im gesamten Bistum wurde das Te Deum lobpreisend angestimmt.

In diesem Jahr nun feiern die Domtürme ihr Jubiläum: vor 150 Jahren wurden sie fertiggestellt. Sie sind Wahrzeichen, aber auch Wegmarken, die den Blick zum Himmel lenken.

Mit Kreuzblumen gekrönt

Das zentrale Zeichen des Doms ist das Kreuz, betont Hagen Horoba, was an der Architektur, an der Fassade und im Inneren des Bauwerks erkannt werden kann. An der Westfassade, die beliebtes Fotomotiv ist, sind rund 250 figürliche Darstellungen angeordnet. Sie alle "kreisen" um das Kreuz im Zentrum. Die Kreuzblumen, mit denen die Domtürme gekrönt sind, bezeichnen und "segnen" die Stadt und alle ihre Bewohner von hoch oben, so der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer: "Vielleicht denken Sie immer mal wieder daran, wenn Sie zu den Domtürmen hinaufschauen, und sprechen dann leise für sich: Wir beten Dich an Herr Jesus Christus und preisen Dich, denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst."

Ort der Begegnung

Die Kathedrale ist ein Ort der Begegnung Gottes mit den Menschen, aber auch der Menschen untereinander. Unzählige Heiligenfiguren und Grabdenkmäler erinnern an all diejenigen, die im Glauben vorangegangen sind. Damit werde der Dom zu einem Ort, an dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wie in einem Brennpunkt zusammenkommen, betont Hagen Horoba. Über alle Menschen, die den Dom betreten, ob Beter oder Touristen, spanne er sein Gewölbe – "standfest und massiv".

Zum 150-jährigen Jubiläum der Domtürme wird es in Regensburg am 30. Juni eine Neuauflage des Domfestes geben. "Wir wollen, dass die Regensburger mit uns feiern", sagt Dr. Baumann. Bereits am 30. Mai eröffnet die Ausstellung "Zwei Türme für den König" im Regensburger Diözesanmuseum St. Ulrich. Sie beschäftigt sich mit der Baugeschichte der Türme.

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