Die Päpste im Nahen Osten

Papst Franziskus und der Imam der Moschee Al-Azhar in Ägypten am 28. April 2017 in Kairo
Foto: Vatican Media
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Papst Franziskus wird bei seinem Besuch in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), die erste Papstmesse auf der arabischen Halbinsel feiern.

Die Eucharistiefeier im Sportstadion Zayed am 5. Februar wird voraussichtlich über 135.000 Menschen anziehen. Viele der Teilnehmer werden Wanderarbeiter aus Asien sein, die in den VAE leben, einem Land, in dem 89 Prozent der Bevölkerung keine Bürger sind.

Es wird nicht nur die erste Papstmesse auf der Halbinsel sein, sondern auch die erste öffentliche Messe im Land.

Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil gab es bedeutende Meilensteine in den muslimisch-katholischen Beziehungen in der Region. Hier ist ein Blick auf einige der Highlights:

Der erste Papst in einem Flugzeug

Das erste Mal, dass ein Papst jemals in einem Flugzeug unterwegs war, war bei einer Reise in den Nahen Osten. Der heilige Paul VI. flog im Januar 1964 von Italien nach Jordanien und schrieb als erster Papst Geschichte, der Europa verließ. Paul VI. traf sich mit König Hussein in Amman, bevor er seine Reise nach Jerusalem fortsetzte.

Im folgenden Jahr gab Paul VI. Nostra Aetate heraus, die Erklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils über das Verhältnis der Kirche zu den nicht-christlichen Religionen, in der es heißt, dass die Kirche die Muslime "mit Hochachtung" als Anbeter des alleinigen Gottes betrachte.

Der erste Papst in einer Moschee

Der heilige Johannes Paul II. schrieb Geschichte als erster Papst, der während seines Besuchs in Syrien im Mai 2001 eine Moschee betrat. Johannes Paul II. ging in die Umayyadenmoschee von Damaskus, die 715 auf einer christlichen Kathedrale aus dem vierten Jahrhundert erbaut worden war, die angeblich das Haupt von Johannes dem Täufer enthielt.

Im März 2003, wenige Tage bevor US-Präsident George W. Bush den offiziellen Beginn des Irak-Krieges bekannt gab, rief der heilige Johannes Paul II. zu einem weltweiten Fasten für den Frieden im Nahen Osten auf.

Der polnische Papst, bekannt für seine ausgedehnten Reisen während seines 27-jährigen Pontifikats, war auch der erste Papst, der mehrere islamische Nationen des Nahen Ostens besuchte, darunter Ägypten, Libanon, Syrien und die Türkei.

Die erste Synode für den Nahen Osten

Benedikt XVI. rief zur ersten Sondersynode der Bischöfe zum Thema Naher Osten auf, die sich über zwei Wochen im Oktober 2010 erstreckte. Seine nachsynodale apostolische Ermahnung, Ecclesia in Medio Oriente, konzentrierte sich auf die Rolle der im Nahen Osten lebenden Christen und prophezeite vor dem Arabischen Frühling - der zu einem Islamistischen Winter wurde - dass viele Christen aufgrund der sich verändernden politischen Situation in ihren Ländern vor der Entscheidung stehen würden, auszuwandern oder als diskriminierte und verfolgte Zeugen des Glaubens zu bleiben.

Benedikt XVI. fügte auch Arabisch als eine der Amtssprachen in seinen wöchentlichen Generalaudienzansprachen auf dem Petersplatz hinzu. Seine letzte Papstreise führte ihn 2012 in den Libanon, die erste päpstliche Reise in die Region nach dem Ausbruch des arabischen Frühlings.

Erste Papstmesse in Arabien

Die Reise von Papst Franziskus in die Vereinigten Arabischen Emirate vom 3. bis 5. Februar wird die erste päpstliche Reise auf die arabische Halbinsel sein. Im Mittelpunkt des zweitägigen Papstbesuchs steht der interreligiöse Dialog, insbesondere mit dem Islam. Die Papstmesse wird aber auch als erste öffentliche Außenmesse auf der Halbinsel Geschichte schreiben, wo jedes Land Einschränkungen der Religionsfreiheit hat.

Papst Franziskus sagte, er hoffe, dass seine Reise nach Abu Dhabi eine neue Seite in der Geschichte der Beziehungen zwischen den Religionen in Region darstellen werde. Während der Reise wird Franziskus zum fünften Mal den Imam der al-Azhar treffen und auch die große Moschee von Abu Dhabi besuchen.

Die Reise in die VAE setzt die Betonung von Papst Franziskus auf eine Kultur der Begegnung und des interreligiösen Dialogs fort. Papst Franziskus hatte zuvor 2017 Ägypten besucht und plant, vom 30. bis 31. März auch Marokko zu besuchen.

Was die Zukunft bringt

Mehrere Länder des Nahen Ostens, darunter der von der Christenverfolgung gezeichnete Irak aber auch Saudi-Arabien, Jemen, Oman, Kuwait, Katar und Bahrain haben noch keinen Papstbesuch empfangen.

Auf dem Weg zum Weltjugendtag im Januar äußerte Papst Franziskus den Wunsch, den Irak zu besuchen, stellte aber fest, dass die örtlichen Bischöfe deutlich gemacht haben, dass das vom Islamischen Staat terrorisierte Land noch nicht sicher genug für einen Papstbesuch ist.

In Bahrain wird die größte katholische Kathedrale der Region gebaut, die im Januar 2021 fertig gestellt werden soll. Die Mutterkirche des Vikariats für Nordarabien wird die erste sein, die unter dem Titel Unserer Lieben Frau von Arabien geweiht wird.

Übersetzt aus dem englischen Original.

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