Dogmatiker Manfred Hauke tritt Forderung des "Synodalen Wegs" nach Frauendiakonat entgegen

Kardinal Sean O'Malley von Boston weiht Diakone im Petersdom am 29. September 2016
Foto: Daniel Ibanez / CNA Deutsch

Der in Lugano lehrende Dogmatiker Manfred Hauke hat sich in einem Beitrag für die katholische Wochenzeitung "Die Tagespost" am Donnerstag gegen die Forderungen des "Synodalen Wegs" nach weiblichen Diakonen ausgesprochen.

"Bekanntermaßen wurden Diakone und Diakonissen mit unterschiedlichen Weiheformularen geweiht, wobei eine Ordination von Diakonissen erst seit dem Ende des 4. Jahrhunderts bezeugt ist", erläuterte der Priester, der auch Teil der von Papst Franziskus eingesetzten Studienkommission zum Thema Frauendiakonat ist. "Die Diakonissen übernahmen keinen Altardienst und durften in der Liturgie nicht predigen."

"Ihre Hauptaufgabe in der Liturgie war nach Ausweis der im 3. Jahrhundert entstandenen Didaskalie, die manche Forscher als 'Geburtsurkunde' des Diakoninnenamtes bezeichnen, die Ganzkörpersalbung von erwachsenen Frauen bei der Taufe aus Gründen des Anstandes, wobei die Diakonin (oder eine andere Frau) die Salbung fortsetzte, die vom männlichen Amtsträger vorgenommen wurde", so Hauke. "Taufen durften sie nicht."

Die vom "Synodalen Weg" in einem Grundtext sowie zwei Handlungstexten vorgelegte Argumentation für weibliche Diakone – die Texte sind noch nicht endgültig von der Synodalversammlung angenommen – charakterisierte Hauke als "eine Art Steinbruchexegese des Zweiten Vatikanums", die "vollständig die einschlägige Diskussion" ignoriere.

Hauke verwies in seinem Beitrag auf interne Widersprüche in den Dokumenten des "Synodalen Wegs". Die "Forderung nach einem klerikalen Amt für Frauen" stoße sich etwa mit dem Ziel des zuständigen Synodalforums, "wonach ein 'diakonisches Amt' zur 'Entklerikalisierung' beitragen könne. Auch ein Diakon gehört bekanntlich zum Klerus."

Gleichzeitig gebe es laut Grundtext "gar keine Einsetzung des in den Aposteln gründenden Weihesakramentes: Das 'Amt' sei die 'ekklesiologische Folge bestimmter Charismen', und erst eine spätere 'Institutionalisierung' lasse die Frauen zurücktreten, die zur Zeit des heiligen Paulus noch 'in gleicher Weise und zusammen mit den Männern, in Aufgaben der Gemeindeleitung' tätig gewesen seien, wie etwa die Apostelin Junia."

"Diese liberal-protestantische Entsorgung des Weihesakramentes, die den geschichtlichen Urkunden Gewalt antun muss, verbindet sich mit einem Genderismus", so Hauke, "der eine Komplementarität von Mann und Frau ablehnt und sogar behauptet: 'Geschlecht ist keine … gottgegebene Tatsache'."

"Wenn all dies stimmen würde, bräuchte es gar keine besondere Aufmerksamkeit für die Wirklichkeit der Frau und schon gar kein Nachdenken über die Zulassung zu einem Sakrament, das es eigentlich gar nicht gibt", betonte der Dogmatiker.

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