Ein weiterer Abt aus dem Orden der Trappisten wird Bischof

Dom Lode van Hecke
Foto: Vatican Media
Previous Next
Facebook Twitter Google+ Pinterest Addthis

Er ist bereits der zweite in Folge: Nach dem Abt von Mount St. Bernard in England, Dom Erik Varden, hat der Papst einen weiteren Trappistenabt zu einem Diözesanbischof ernannt.

Dies ist umso bemerkenswerter, als es völlig untypisch ist, dass Trappisten in die über den eigenen Klosterbereich hinausgehende Seelsorge eingesetzt werden. Insofern darf man sich zwei Fragen stellen: 1. Was befähigt einen Trappistenabt zum Bischof? – und 2. was möchte der Papst damit erreichen?

Mit dem neuernannten Bischof von Gent, dem bisherigen Abt von Orval, Dom Lode Van Hecke, gibt es bald sogar drei Trappistenbischöfe. Edouard Mununu Kasiala OCSO, ein kongolesischer Trappist, war bis zu seiner Emeritierung 2016 Bischof von Kikwit in Kongo.

Der aus Norwegen stammende und in einem englischen Trappistenkloster lebende Erik Varden, der am 1. Oktober 2019 zum Prälaten der Territorialen Prälatur von Trondheim mit dem Titel eines Bischofs ernannt wurde, soll am 4. Januar 2020 die Bischofsweihe erhalten.

Der bisherige Abt der Abtei Mount Saint Bernard in Leicestershire, England, Dom Erik Varden, wurde am 13. Mai 1974 im norwegischen Sarpsborg in der Diözese Oslo geboren. Er studierte Philosophie und Theologie in Cambridge, promovierte in Theologie und am Päpstlichen Orientalischen Institut in Rom. 2002 trat er in den Zisterzienserorden (Trappisten) ein und legte am 6. Oktober 2007 in der Abtei Mount Saint Bernard seine Gelübde ab. Am 16. Juli 2011 wurde er zum Priester geweiht und 2015 zum Abt von Mount Saint Bernard gewählt.

Lode Van Hecke wird Bischof von Gent

Der am 16. März 1950 in Roeselare in Westflandern, Belgien, geborene Lode Van Hecke trat 1975 als Mönch in Orval , einer Trappistenabtei Abtei in der Provinz Luxemburg, nahe der französischen Grenze im Süden Belgiens ein. Die Abtei aus dem 11. Jahrhundert ist nicht nur als architektonisches Juwel bekannt. Wie viele andere belgische Klöster kennt man Orval auch für seinen Käse und das Trappistenbier.

Zwar wollte der künftige Bischof Van Hecke Medizin studieren, er kam aber zunächst in das Priesterseminar in Brügge. Er studiert Philosophie und Theologie an der Katholischen Universität Löwen und erwirbt er ein Lizentiat in Philosophie. Nachdem er seinen Militärdienst absolviert hatte tritt er 1975 in Notre-Dame d’Orval ein.

Nach der Ablegung seiner ewigen Profess (1983) studierte er in Löwen weiter Theologie mit dem Abschluss eines Lizentiates (1988). Die Priesterweihe erhält er am 20. August. Seine Ämter im Kloster sind: Novizenmeister (1990-1998), Subprior und Leiter der Klosterbrauerei (1998-2001). Er war Prior und Ökonom von Orval.

Von 2002-2004 sehen wir ihn als Sekretär des Generalabts Bernardo Olivera in Rom. 2004 wird er wieder Prior seines Klosters und Gastpater, bevor er am 25. Januar 2007 zum Abt gewählt wird und am 2. Juni die Abtsbenediktion durch Erzbischof André-Mutien Léonard von Namur erhält.

Lode Van Hecke wird beschrieben als jemand „mit einem modernen Blick auf den Ort des Glaubens in einer säkularisierten Gesellschaft“. Er sei jemand, der aus dieser Zeit komme und gut mit den Medien umgehe. Einen offenen Dialog scheue der neue Bischof nicht. Die kirchliche Krise sieht er als „Engpässe seiner Kirche“. Es gehe dabei um das Böse in der Kirche und das sei das Böse, das überall existiere, weil es sich überall um Menschen handele.

Am 27. November 2019 ernannte ihn Papst Franziskus zum Bischof von Gent. Die Bischofsweihe soll  am 23. Februar 2020 durch Kardinal Josef De Kesel, Erzbischof von Mechelen-Gent, in der Sint-Baafskathedraal in Gent erfolgen.

Das könnte Sie auch interessieren: