Benedikt XVI. ermutigt zur Debatte über "Zerstörung der Idee des Rechts"

Emeritierter Papst Benedikt XVI.
Foto: CNA
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Papst emeritus Benedikt hat dazu aufgerufen, über das rechte Verständnis der Menschenrechte nachzudenken: In einem Brief warnt er vor der Problematik der "Vervielfältigung der Rechte" und einer "Zerstörung der Idee des Rechts". 

Die Stiftung "Joseph Ratzinger-Benedikt XVI." hat sich die Frage nach den Grundwerten und dem Konflikt zwischen den Rechten zum Thema der diesjährigen Versammlung im Vatikan gemacht.

Benedikt sandte anlässlich des Symposiums, das in Zusammenarbeit mit der Freien Universität Maria Santissima Assunta (LUMSA) organisiert wurde, einen Brief an Pater Federico Lombardi. Darin schreibt er, er halte es für wichtig, dass explizit über die Problematik  "Vervielfältigung der Rechte" gesprochen werde. Auch sei es hierbei wichtig, auf die Risiken "der Zerstörung der Idee des Rechts" hinzuweisen.

In diesem Sinn betrachte er das Symposium als "eine außerordentlich nützliche Initiative."

"Das ist eine aktuelle und grundlegende Frage, um die Basis des Zusammenlebens als Menschheitsfamilie zu schützen. Sie verdient es, erneut Gegenstand einer tiefgreifenden und systematischen Reflexion zu sein."

Daher, schreibt Benedikt weiter, spreche er "allen Redner und Teilnehmern des Symposiums" seine Wertschätzung und seine Nähe im Gebet aus, "auf dass der Herr die Arbeiten als kostbaren Dienst für die Kirche und für das Wohl Menschheitsfamilie segnen möge".

Bei seiner Ansprache an den Bundestag am 22. September 2011 hatte Papst Benedikt die deutschen Politiker daran erinnert, was die Grundlage des Rechts ist und der Ursprung der Grundrechte:  

"Von der Überzeugung eines Schöpfergottes her ist die Idee der Menschenrechte, die Idee der Gleichheit aller Menschen vor dem Recht, die Erkenntnis der Unantastbarkeit der Menschenwürde in jedem einzelnen Menschen und das Wissen um die Verantwortung der Menschen für ihr Handeln entwickelt worden." (Quelle)

Auch Papst Franziskus teile dieses Anliegen und habe sich in einem Brief bei den Organisatoren der Konferenz dafür bedankt, berichtete "Vatican News": Es sei nicht hinnehmbar, dass "neue Rechte" die Grundrechte verdrängten, oder dass Grundrechte gegeneinander ausgespielt würden, so Franziskus.

Susanne Finner trug zur Berichterstattung bei.

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