"VOCARIS" - Mein Smartphone, meine Berufung und ich

Die Berufungsapp "VOCARIS" wurde nach der Jugendsynode von der Deutschen Bischofskonferenz vorgestellt.
Foto: EWTN.TV
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Die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) hat kürzlich die App "Vocaris" veröffentlicht. Damit möchte man "jungen Menschen auf dem Weg hin zu einem gelingenden Leben und zum Entdecken ihrer Einmaligkeit und Berufung in Christus helfen", so die Deutsche Bischofskonferenz in einer Pressemitteilung. Paul Metzlaff, Referent für Glaubensbildung der afj, war an der Entwicklung beteiligt: "Wir freuen uns sehr, dass wir mit dieser App direkt nach der Jugendsynode die Möglichkeit bieten können Bereiche für eigenes Engagement zu finden sowie eigene Talente und auch das Gebet zu entdecken."

Die Applikation ist für Jugendliche gedacht, die noch auf der Suche nach ihrer Berufung sind. Dafür gibt es drei ansprechend gestaltete Hauptbereiche: Berufung, Engagement und Gebet. Unter dem Punkt "Berufung" hat der jugendliche Nutzer zunächst die Möglichkeit, seine Talente zu erforschen. Anhand eines umfangreichen Fragebogens werden dort die Interessenfelder abgeklopft und Fragen nach dem eigenen Charakter gestellt. Fähigkeiten im Umgang mit Menschen, mit Informationen, Material, Maschinen und Tieren werden durchleuchtet, wie auch die eigenen Fähigkeiten im Bereich Kreativität und Bewegung. Antwortet man auf die Fragen ehrlich, bekommt der Nutzer eine gute Übersicht über die eigene Persönlichkeit.

Die Auflistung der eigenen "Top 10 Talente" helfen dabei, die eigenen Stärken besser zu erkennen (beim Verfasser dieses Artikels landete "kochen und backen" bezeichnenderweise noch vor dem "kreativen Schreiben"). Dazu werden dann verschiedene Berufsgruppen vorgeschlagen, in denen diese Stärken am besten ausgespielt werden können. Doch um die richtigen Entscheidungen treffen zu können, weist die App immer wieder auf einen zentralen Punkt hin, der bei der "Unterscheidung der Geister" in der Berufungsfindung absolut unerlässlich ist: Die Stille und das Gebet.

Einer, der sich damit auskannte und zu diesem Zweck die Schweigeexerzitien entwickelt hat, ist der heilige Ignatius von Loyola. Er ist der ständige Begleiter bei dieser App, gibt Hinweise und Tipps, erklärt die Vorgehensweise bei den verschiedenen Unterpunkten und hilft dem User mit weiterführenden Links, die Erkenntnisse auch im "real life" in die Tat umzusetzen. Für den Zwischenschritt dahin ist der Punkt "Gebet" gedacht. Ausführlich werden dort die Grundlagen des Gebets erklärt, aber auch die verschiedenen Formen und Anlässe. Lobpreis, Psalmen, alte Kirchengebete haben hier ihren Platz. Auch das freie Gebet kann eingeübt werden: Mithilfe eines Timers kann man die gewünschte Zeit einstellen, dann wird das Handy zur Seite gelegt und in der Stille der Kontakt zu Gott gesucht. Der Mini-Ignatius in der App empfiehlt zusätzlich während dieser Zeit das Führen eines Gebetstagebuchs und das Lesen in der Heiligen Schrift. Die Funktion des Gebetskalenders erinnert einen außerdem an gewünschten Tagen und Uhrzeiten an die Gebetszeiten und -anliegen, die man vorher individuell einrichten kann. Selbst dann, wenn man sich nicht in der Lage fühlt zu beten, wird einem geholfen: Man wählt die entsprechende Situation aus (beispielsweise: "Prüfungsangst", "Freude", "Beziehungsstress", "Abhängigkeit und Sucht") und lauscht dann dem Gebet, das die Macher der App vorher eingesprochen haben.

Letztlich möchte "Vocaris" den Nutzer aber nicht an den Handybildschirm fesseln. Unter "Engagement" werden verschiedene Möglichkeiten vorgeschlagen, sich mit seinen Talenten in der Kirche einzubringen. Dort kann man zunächst sein besonderes Interessensgebiet auswählen (beispielsweise "Liturgie", "Jugendarbeit", "Musik" oder "Politische Bildung") und wird dann an die entsprechenden Stellen weiterverwiesen. Auch ganz praktische Tipps für die Gründung eines Hauskreises sind dort zu finden. 

Insgesamt kann die App für Jugendliche und junge Erwachsene eine echte Hilfe im Alltag und im Gebetsleben sein. Zusätzlich gibt sie wertvolle Unterstützung in der Berufungsfindung, wenngleich sie einem die persönlichen Entscheidungen natürlich nicht abnehmen kann. Sie ist ein gutes Spiegelbild dessen, was Kirche letztlich ausmacht: Sie gibt Ratschläge und kann einem den Weg zeigen; gehen muss man ihn jedoch selbst.

Die App "VOCARIS" ist im Playstore und im Appstore zum Download verfügbar.

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