"Vergesst nicht, dass die schlimmste Krankheit heute die Sklerose der Herzen ist"

Franziskus erinnert in Fernseh-Interview auch an das Lehramt Johannes Pauls II. über die göttliche Barmherzigkeit

Screenshot des Interviews
Foto: TV2000

"Ein Segen des Herrn [ist dieses Heilige Jahr] gewesen und auch nicht ein Endpunkt, sage ich, sondern ein großer Schritt nach vorne im Prozess, der schon mit dem seligen Paul VI. und dann mit dem heiligen Johannes Paul II. begonnen hatte, der einen starken Akzent auf die Barmherzigkeit gelegt hatte. Denken wir an die drei großen Ereignisse: die Enzyklika, den Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit in der Osteroktav und die Heiligsprechung von Schwester Faustina. Der heilige Johannes Paul II hat einen großen Schritt getan."

So Papst Franziskus in einem Interview des Fernsehsenders der italienischen Bischöfe TV2000, das von Lucio Brunelli, einem persönlichen Freund des Papstes, und dem Direktor des Senders, Paolo Rufini, geführt wurde.

Das Interview wurde am Sonntag, dem 20. November ausgestrahlt und nahm die wichtigsten Momente des Jubiläums noch einmal auf. Von den Freitagen der Barmherzigkeit entsinnt sich der Papst vor allem zweier Begegnungen; und er wiederholt das Thema vom Risiko des Götzendienstes am Geld.

In einigen persönlichen Bemerkungen erinnert Papst Franziskus an seine Entscheidungen in der Jugend, aber auch an die für ihn stärksten Momente des Jubiläums, wie jene mit den Gefangenen.

Er betont auch, dass "Gerechtigkeit und Barmherzigkeit in Gott eine einzige Sache sind. Die Barmherzigkeit ist gerecht und die Gerechtigkeit ist barmherzig" – es gehe dabei darum,  Formen von Scheinheiligkeit zu entgehen. Dabei spricht der Papst von "Herzsklerose".

Am Ende kommt der 80. Geburtstag zur Sprache, den der Papst am 17. Dezember feiern wird: "Das Gebet hilft mir sehr. Und dann schlafe ich auch gut: das ist eine Gnade Gottes. Ich schlafe wie ein Murmeltier. In der Nacht des Erdbebens habe ich nichts gespürt. Alle haben es gespürt, das Bett hat gewackelt... nein, wirklich, ich schlafe sechs Stunden, aber tief und fest." Und er endet mit den Worten: "Vergesst nicht, dass die schlimmste Krankheit heute die Sklerose der Herzen ist – es braucht eine Revolution der Zärtlichkeit."