Fünf Schritte, die jeder Katholik nehmen kann, um Religionsfreiheit zu unterstützen

"Wir sehen, dass die Religionsfreiheit, vielleicht mehr als alles andere, das Grundrecht ist, für das die Menschen am meisten leiden und sterben."

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Bei einem Gipfeltreffen für Internationale Religionsfreiheit in Washington hat Robert George fünf Schritte vorgeschlagen, die Katholiken nehmen können, um die Religionsfreiheit im In- und Ausland zu unterstützen.

"Wir müssen uns daran erinnern, dass wir die Hüter unseres Bruders sind", sagte George, ein Princeton-Professor, der bereits zweimal als Vorsitzender der US-amerikanischen Kommission für Religionsfreiheit diente, gegenüber CNA.

"Das trifft zu, egal ob unser Bruder nun jemand hierzulande ist, der verfolgt wird und gegen den diskriminiert wird, oder ob er als Person im Sudan oder in Syrien oder im Iran oder in Vietnam oder in China oder in Nordkorea verfolgt wird und gegen ihn diskriminiert wird", fuhr er fort.

Die US-Kommission für Internationale Religionsfreiheit (USCIRF) feierte heuer das 20-jährige Bestehen des International Religious Freedom Act mit einem Gipfeltreffen in Washington, bei dem die weltweiten Herausforderungen und Fortschritte in Sachen Religionsfreiheit im Mittelpunkt standen.

Die Überwachung und außenpolitische Umsetzung des Menschenrechts auf Religionsfreiheit ist Gegenstand des 1998 verabschiedeten Gesetzes, und die aus diesem Gesetz hervorgegangene USCIRF ist ein überparteilicher Ausschuss auf nationaler Ebene, der weltweit Verstöße gegen das Menschenrecht auf Religionsfreiheit überwacht.

"Immer wenn ich hierzulande über internationale Religionsfreiheit rede, fragen mich stets Menschen, was sie selber tun können, um zu helfen. Als erstes sage ich ihnen immer, dass sie beten sollen", so der derzeitige USCIRF-Vorsitzende Daniel Mark in seinem Schlusswort zum Gipfeltreffen am 18. April.

"Erst einmal beten... das möchte ich unterstützen", sagte George gegenüber CNA. Dies sei tatsächlich der erste Schritt, den Katholiken unternehmen sollten, um Verletzungen der Religionsfreiheit zu bekämpfen.

"Verschafft Eurer Stimme Gehör", so George weiter. Dies sei der zweite Schritt im Ringen um Religionsfreiheit. "Macht Euren gewählten Volksvertretern klar, dass Religionsfreiheit für Euch Vorrang hat - innerstaatliche Religionsfreiheit und internationale Religionsfreiheit."

"Drittens gibt es wunderbare Organisationen, darunter auch einige katholische, die unsere finanzielle Unterstützung verdienen. Die Leute fragen: 'Was kann ich mit meinen Spenden tun? Ich bin kein Millionär. Ich habe nicht viel Geld, aber ich möchte zurückgeben. Ich möchte Gott für meinen Segen danken. Ich möchte anderen helfen'", sagte George.

"Ich hoffe, dass einige Leute darüber nachdenken, ebenfalls die Religionsfreiheit so zu unterstützen".

Viertens: "Informiert und bildet Euch, und sprecht dann über diese Themen mit Menschen in Eurer Pfarrei, mit Menschen in Eurer Familie, mit Menschen in Eurer Gemeinde", sagte George. "Wir haben jetzt das Internet. Jeder kann etwas über Religionsfreiheit erfahren. Werft einen Blick auf die USCIRF-Website."

Schließlich empfiehlt George, dass religiöse Oberhäupter und Gemeinschaften sich zusammentun, um sich für ihre gemeinsamen Werte einzusetzen. Er ermutigt Entscheidungsträger und Verantwortlich über geschichtliche, theologische und religiöse Gräben hinweg, sich zu verständigen und zusammenzuarbeiten, um die Zivilgesellschaft positiv zu beeinflussen.

Die ehemaligen USCIRF-Vorsitzenden Katrina Lantos Swett, Leonard Leo und David Saperstein sprachen auf einer Podiumsdiskussion mit George über die aktuelle Lage der internationalen Religionsfreiheit.

Das Panel diskutierte aktuelle Bedrohungen des Menschenrechts durch nichtstaatliche Akteure im Ausland wie Al-Qaida, den Islamischen Staat und al-Shabaab. Die Misshandlung der Rohingya Muslime in Burma und der Uiguren in China wurde ebenfalls hervorgehoben.

"Während wir uns auf das Löschen der Flammen sektiererischer Gewalt und Unterdrückung in solchen Ländern konzentrieren, dürfen wir die Verletzungen religiöser Freiheit in unserem eigenen Hinterhof nicht ignorieren", auch wenn diese meist weniger brachial verübt werden, warnte Leonard Leo, der 2009 bis 2010 als USCIRF-Vorsitzender diente.

Wer im Ausland den Ruf aufrecht erhalten wolle, dass man sich gegen Unterdrückung einsetzt, der müsse auf sein "eigenes Haus in Ordnung bringen", indem "subtilere Formen der Ausübung von Zwang" angepackt werden, so Leo weiter.

Nach der Podiumsdiskussion sagte Professor George gegenüber CNA, dass die USA derzeit vor großen Herausforderungen stehe, was die Religionsfreiheit betrifft.

"Katholiken werden jetzt in vielen Fällen zu Opfern von Diskriminierung durch die Kräfte der säkularen Fortschrittlichkeit in unserem eigenen Land", sagte George.

"Es gibt Bemühungen, Katholiken und andere Pro-Life-Ärzte dazu zu zwingen, Abtreibungen durchzuführen oder katholische Adoptionsagenturen zu schließen, weil sie darauf bestehen, Kinder mit bei einer Mutter und einem Vater unterzubringen. Oder die Bemühungen, katholische Krankenhäuser schließen, weil sie keine Abtreibungen vornehmen. Das sind schwerwiegende Verletzungen der Gewissensfreiheit."

Der derzeitige Vorsitzende der USCIRF, Daniel Mark, ist Professor für Politikwissenschaften an der Villanova-Universität. Mark sagte gegenüber CNA, er sei ermutigt, dass die Welt "zunehmend begreift, wie entscheidend die Rolle der Religionsfreiheit für den Erhalt von Frieden, Stabilität und Wohlstand ist".

"Es ist eine so grundsätzliche Freiheit", sagte Mark.

"Wir sehen, dass die Religionsfreiheit, vielleicht mehr als alles andere, das Grundrecht ist, für das die Menschen am meisten leiden und sterben."

Es werde immer wieder argumentiert, dass als erstes Demokratie herrschen müsse, dem dann ein Einsatz für die Menschenrechte folgen sollte, so der USCIRF-Vorsitzende weiter.

"Wir haben jedoch einige Fälle gesehen, wie etwa Burma, wo das wirklich nicht funktioniert hat", sagte Professor Mark. Vielleicht stelle sich heraus, dass in solchen Ländern erst auf die Einhaltung der Menschenrechte hingearbeitet werden sollte, damit sich aus deren Kern heraus auch eine entsprechende Kultur und Regierungsformen entwickeln können.

Courtney Grogan ist Washington-Korrespondentin der Catholic News Agency (CNA). Übersetzt und redigiert aus dem englischen Original.

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